Nachwuchs-Mangel
Mehr Geld für Polizei-Werbung in MV

Mecklenburg-Vorpommern stockt seine Werbemittel zur Gewinnung von Nachwuchskräften für die Polizei um knapp neun Prozent auf.
Mecklenburg-Vorpommern stockt seine Werbemittel zur Gewinnung von Nachwuchskräften für die Polizei um knapp neun Prozent auf.
Innenministerium MV

Der Polizei geht es wie der Wirtschaft: Es wird immer schwerer, geeigneten Nachwuchs zu finden. Deshalb will das Land auch mehr in die Anwerbung investieren.

Mecklenburg-Vorpommern stockt seine Werbemittel zur Gewinnung von Nachwuchskräften für die Polizei um knapp neun Prozent auf. Im kommenden Jahr stünden dafür 185.000 Euro bereit, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Im laufenden Jahr seien es etwa 170.000 Euro, die gut zur Hälfte für Anzeigen in Zeitungen und Broschüren sowie Werbespots im Radio eingesetzt wurden. Mit einem anderen Teil der Werbemittel sei die Ausgestaltung von Werbeständen auf Messen oder in Arbeitsamtsagenturen sowie Reklame an Polizeifahrzeugen finanziert worden.

Zu Beginn der Legislaturperiode 2016 hatte die SPD/CDU-Koalition als Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage und die öffentlichen Debatten um mangelnde Polizeipräsenz die Ausgaben um 7,5 Millionen Euro jährlich aufgestockt. Damit sollten 150 neue Stellen geschaffen werden. Hinzu kam zu Beginn dieses Jahres ein Extrapaket über 15 Millionen Euro zur besseren Bezahlung der Vollzugsbeamten und Schaffung weiterer Stellen. Doch wird es angesichts der wachsenden Fachkräftenachfrage in Wirtschaft und Verwaltung immer schwerer, geeignete Bewerber zu finden.

Mehr Dozenten an FH Güstrow

Laut Innenministerium bewarben sich in diesem Jahr 1816 junge Frauen und Männer für einen der mehr als 300 Plätze in der Polizeiausbildung. Vor zehn Jahren habe es bei 120 Ausbildungsplätzen noch mehr als 3000 Bewerber gegeben. Das Ministerium reagierte und senkte die Anforderungen. Anfang Oktober waren den Angaben zufolge bei der Landespolizei 236 Stellen nicht besetzt.

Um den erhöhten Bedarf an jungen Polizisten decken zu können, schraubt das Ministerium auch die Zahl der Dozenten an der zuständigen Fachhochschule in Güstrow nach oben. Zudem gebe es Geld aus dem Hochschulpakt für zusätzliche Lehrassistenten und weitere Unterstützungskräfte, kündigte Caffier an. Doch mehr als das benötigte Lehrpersonal bereite ihm die räumliche Situation an der Fachhochschule Sorge. Die Kapazitäten in Güstrow seien weitgehend ausgereizt. Insgesamt absolvierten derzeit dort mehr als 700 Schüler eine Ausbildung oder ein Studium zu Polizeivollzugsbeamten, hieß es.

Der Innenausschuss des Landtags will sich zu Beginn des neuen Jahres ein Bild von den Ausbildungsbedingungen für Polizisten machen. Das beschlossen die Abgeordneten auf ihrer Sitzung Ende November. Dazu hatten Anträge sowohl von den Regierungsfraktionen SPD und CDU als auch von der oppositionellen AfD vorgelegen.