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Mehr Luxus auf dem Zeltplatz

Im bundesweiten Vergleich landet MV bei der Anzahl der Camping-Gäste auf Platz zwei. Um dieses Niveau halten zu können, muss sich die Branche neben Zelt und Wohnmobil Einiges einfallen lassen.
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Sommerzeit ist für viele auch Campingzeit. Immer mehr Leute wissen den Reiz des Lebens in der Natur zu schätzen.
Sommerzeit ist für viele auch Campingzeit. Immer mehr Leute wissen den Reiz des Lebens in der Natur zu schätzen. Jens Büttner
Schwerin.

Neun Campingplätze, in Spitzenzeiten 120 Mitarbeiter und 200 000 Übernachtungen im Jahr – Geschäftsführer Gunter Riechey von der Useriner Haveltourist GmbH weiß, wovon er spricht: „Die Zuwachsraten beim Campingtourismus im Land sind begrenzt. Wir müssen uns qualitativ weiter verbessern, um auch in der Vor- und Nachsaison Gäste zu locken.“ Dabei dürfe auch die touristische Infrastruktur ringsum nicht vernachlässigt werden. „Wir können noch so viele Angebote machen – das nutzt aber nur wenig, wenn Gaststätten schließen oder Teilstrecken der Südbahn stillgelegt werden.“

Grundsätzlich hat das auch der Landes-Tourismusverband (TVMV) erkannt, der am Dienstag gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium eine neue Studie zu den Entwicklungschancen der Branche vorgelegt hat. Eine Erkenntnis: „Es geht um Familien, um Ältere und daher um mehr Service und Bequemlichkeit. Dazu gehört auch die Mobilität. Der Nahverkehr vor Ort ist dabei wichtig“, so TVMV-Geschäftsführer Bernd Fischer. „Die Gäste müssen im Wettbewerb mit anderen Urlaubsgebieten erkämpft werden. Und zwar durch Qualität.“ Auch intensivere Kooperationen mit Kultureinrichtungen sowie dem Hotel- und Gaststättenverband mahnt er an.

Ein Nischenprodukt ist bei Touristen sehr beliebt

Insgesamt steht der Campingtourismus in MV laut Studie gut da: Im bundesweiten Ranking lag der Nordosten im vergangenen Jahr mit 3,82 Millionen Übernachtungen auf Platz zwei nach Bayern mit 4,48 Millionen. Die mehr als 40 000 Stellplätze sichern 5500 Arbeitsplätze und generieren einen Bruttoumsatz von 212 Millionen Euro jährlich. Und eine Überraschung kam im Rahmen einer Umfrage auch noch heraus: Statt der offiziell registrierten 200 gibt es 385 Campingplätze in MV.

Einstellen müsse sich die Branche auf neue Trends, so Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Dazu zählen mehr Flexibilität und Individualität beim Reisen ebenso wie eine wachsende Nachfrage nach Mietangeboten für Neueinsteiger. Ebenfalls momentan ein Renner – das Nischenprodukt „Glamping“, eine Zusammensetzung von „glamourös“ und „Camping“. Erlebbar beispielsweise im Safarizelt mit Kühltruhe und Kuschelbett. Auch das „Camping auf dem Wasser“ gewinne an Bedeutung.

Doch Menschen mit schmalerem Geldbeutel kommen ebenso zu ihrem Recht: Im Durchschnitt müssten zwei Personen und ein Kind pro Tag mit Ausgaben in Höhe von 20,80 bis 22,90 Euro für den Standplatz inklusive Nebenkosten kalkulieren, so Wirtschaftsminister Glawe.

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