CORONAVIRUS

Mehr Tempo beim Impfen! Jetzt sollen Hausärzte helfen

Das Impfen in Deutschland läuft schleppend – zu wenig Impfstoff und zu viele logistische Probleme. Jetzt sollen die Hausärzte mithelfen.
Schneller und effektiver – gerade in Flächenländer wie in MV: die Impfung beim Hausarzt. (Symbolbild)
Schneller und effektiver – gerade in Flächenländer wie in MV: die Impfung beim Hausarzt. (Symbolbild) Thomas Frey
Schwerin ·

Die Hinweise, dass relativ kurzfristig auch Hausärzte beim Impfen gegen das Coronavirus eingebunden werden, verdichten sich. „Es ist Ziel, dass zukünftig auch in der Fläche durch die niedergelassenen Ärzte Impfungen durchgeführt werden. Dazu sind aber neben ausreichend vorhandenen Impfstoffen auch gesetzliche Änderungen auf Bundesebene notwendig“, betonte am Donnerstag das Gesundheitsministerium in Schwerin auf Nordkurier-Nachfrage.

Voraussetzung für die Impfung durch Hausärzte in ausgewählten Impfpraxen sei neben der zu beachtenden Anforderungen der Impfstoffe die Anbindung dieser Arztpraxen an die landesweiten Terminvergaben und die gesetzlich vorgeschriebenen tagesaktuellen Meldungen zur Impfung, hieß es aus dem Haus von Minister Harry Glawe (CDU).

Gänzlich unvorbereitet ist die Landesregierung bei einem möglichen Strategiewechsel nicht. Im Landkreis Nordwestmecklenburg hatte Anfang Februar ein bundesweites Pilotprojekt begonnen: Hausärzte impfen in ihren Praxen über 80-Jährige gegen Corona. Das soll ihnen den weiten Weg ins Impfzentrum ersparen. Auf Hiddensee organisiert der Inselarzt einen gemeinsamen Impftermin für alle Bewohner der Insel über 80 Jahre.

Ab April soll deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung stehen

Auch im benachbarten Brandenburg plant die Landesregierung, Hausärzte verstärkt in das Impfmanagement einbinden. „Wir kommen nur breit in die Fläche, wenn die Hausärzte mit dabei sind“, machte Ministerpräsident Dietmar Woidke klar. Die Landesregierung will dazu Modellvorhaben mit Hausärzten starten. Voraussetzung aber sei, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die entsprechende Verordnung ändert – denn bisher dürfen Hausärzte in der Regel nicht gegen das Coronavirus impfen.

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Dass es im Bundesgesundheitsministerium entsprechende Pläne gibt, mithilfe der Hausärzte die Impffrequenz zu erhöhen, berichteten gestern verschiedene Medien. Demnach soll die Bundesregierung an einem sogenannten „Distributionskonzept“ arbeiten. Mit dieser Strategie soll der Corona-Impfstoff an die bundesweit rund 100.000 Arztpraxen verteilt werden, um die Bevölkerung dort zu impfen. „Bereits ab April, wenn deutlich mehr Impfstoff vorhanden sein soll, könnten sich Impfwillige dann bei ihrem Hausarzt melden“, hieß es aus Berliner Regierungskreisen.

100.000 Praxen in Deutschland

Über die Hausärzte wären Impfungen deutlich schneller und kostengünstiger möglich, als bislang in den Impfzentren. Laut Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung könnten sich von den etwa 100.000 Praxen in Deutschland bis zu 75.000 an der Corona-Impfkampagne beteiligen.

Im Zuge der künftigen Impfstrategie teilte das Landesgesundheitsministerium in Schwerin am Donnerstag auch mit, dass es weitere Einzelheiten zum zu kalten Impfstoff von Astrazeneca gäbe, der in Mecklenburg-Vorpommern an 2200 Bürgern verimpft worden war. „Nach Prüfung des Sachverhalts hat der Transporteur Temperaturunterschreitungen bei den infrage stehenden Chargen festgestellt, die auf eine fehlerhafte Handhabung der Transportboxen zurückzuführen sind“, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit.

Der Transporteur habe unverzüglich entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um eine solche Situation für die Zukunft ausschließen zu können, so die Sprecherin.

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