CORONA-KONJUNKTURPAKET

Mehrwertsteuer geht runter – die Preise auch?

Die Groko dreht in ihrem Konjunkturpaket an der Steuerschraube. Nach unten! Aber werden wirklich alle Verbraucher von der Senkung der Mehrwertsteuer ab Juli profitieren?
Die Mehrwertsteuersätze sollen ab Juli sinken. Wirkt sich das auch auf die Preise aus? Im Nordosten ist man geteilter Mei
Die Mehrwertsteuersätze sollen ab Juli sinken. Wirkt sich das auch auf die Preise aus? Im Nordosten ist man geteilter Meinung. Jan Woitas
Neubrandenburg ·

Nach der angekündigten Senkung der Mehrwertsteuer im neuen Konjunkturpaket der Bundesregierung können Verbraucher offenbar nicht damit rechnen, dass die Preise im Einzelhandel auf breiter Front purzeln. Die Handelsverbände in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg dämpften entsprechende Erwartungen. Zuvor hatten unter anderem Steuerzahlerbund und Verbraucherschützer die Forderung nach Weitergabe der Senkungen erhoben.

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Reduzierte Mehrwertsteuer als Konjunkturhilfe für gebeutelte Händler

In der Nacht hatte die Große Koalition überraschend beschlossen, von Juli bis zum Jahresende die allgemeine Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent und den reduzierten Satz von 7 auf 5 Prozent zu senken. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte dies als „Herzstück“ des Konjunkturpakets in Höhe von 130 Milliarden Euro bezeichnet, auf das sich Union und SPD nach zähen Verhandlungen geeinigt hatten.

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„Wir sind zufrieden, dass mehr Kaufkraft in die Region kommt“, sagte Tino Beig vom Handelsverband Nord in Neubrandenburg. Allerdings sei nicht vorhersagbar, wie sich die Preise entwickeln werden. Günter Päts vom Handelsverband Berlin-Brandenburg verwies darauf, dass die Endpreise im Geschäft zuallererst von den Kosten für Einkauf, Personal oder Logistik bestimmt würden. Komme es im Zuge der Corona-Krise hier zu einem Anstieg, würde am Ende die Senkung der Mehrwertsteuer aufgezehrt.

Vor diesem Hintergrund glaube er nicht, dass es zu einer allgemeinen Preissenkung kommen werde. Er gehe davon aus, dass die reduzierte Mehrwertsteuer als Konjunkturhilfe für gebeutelte Händler dienen könne, wenn eine Weitergabe der Senkung wegen der wirtschaftlichen Lage nicht möglich sei.

„Zeit für Anschaffungen günstig”

„Ich rechne damit, dass ein allgemeiner Druck auf die Preise entsteht“, sagte Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg. Er verwies auf die ersten Ankündigungen von Handelsketten, die gesenkte Mehrwertsteuer an die Kunden weitergeben zu wollen. „Wichtig ist vor allem das Signal, dass Kunden jetzt davon ausgehen können, dass die Zeit für Anschaffungen günstig ist“, meinte Haasch.

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Der Steuerzahlerbund begrüßte die zeitweilige Senkung der Mehrwertsteuer. „Das kommt natürlich nur dann allen zugute, wenn Handel und Dienstleister diese auch an ihre Kunden weitergeben“, erklärte MV-Landesgeschäftsführerin Diana Behr. Dies könnte vor allem für die krisengebeutelte Tourismuswirtschaft und das Gastgewerbe schwierig sein, da diese Unternehmen in der Corona-Krise große Umsatzeinbußen verzeichneten.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg bewertet die Ankündigung vorerst zurückhaltend. „Es bleibt abzuwarten, wie schnell die Anbieter das überhaupt umgesetzt bekommen, und ob Handel oder Dienstleister mit den reduzierten Sätzen auch tatsächlich ihre Preise senken“, sagte Geschäftsführer Christian Rumpke. Sonst würde die Binnennachfrage nicht angekurbelt. Dann sei die Steuersenkung nur ein Unternehmergeschenk.

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Kommentare (6)

Wer denkt, das die Preise purzeln, ist nicht auf die Hinterhältigkeit des Handels gefasst. Die Preise werden bleiben und nach Ablauf der Frist wird dann kräftig erhöht. Denn dann hat der dumme Deutsche vergessen, das er jetzt schon einmal betrogen wurde. Eine Schande vom Staat das nicht exakt zu kontrollieren, wie auch die Besteuerung von Renten endlich aufzuheben, damit ältere Menschen, die viel gearbeitet haben, auch sorgenfrei und ohne Sozialamt die letzten Lebensjahre verbringen können.

das die MwSt nach einem halben Jahr nur auf 19%/7% zurückgeht der wird sich wundern.
Die Chance auf 21% zu gehen wird sich keiner nehmen lassen.

Einfach nur bescheuert. Ein riesen Verwaltungs- und Kostenaufwand für alle Händler und Dienstleister die ihre Systeme anpassen müssen! Die Preise werden erstmal bleiben und bei der MwSt Erhöhung wieder kräftig steigen. Die Leute werden wiedermal nach Strich und Faden verarscht!

dann können Sie ja die Mehrwertsteuer freiwillig bezahlen! Und die anschließende Erhöhung, die Sie vorhersagen, ist wohl Ihrem [Entfernt. Verzichten Sie auf Beleidigungen. Die Red.] Hirn entsprungen.

Hier sind keine [Entfernt. Verzichten Sie auf Beleidigungen. Die Red.].Solche Erhöhungen waren schon immer gegeben, nur daran kann sich ihr [Entfernt. Verzichten Sie auf Beleidigungen. Die Red.] sich nicht mehr erinnern. [..] Gehen sie einfach auf ihre Ranch und zählen die Gänseblümchen, statt sich mit dem realen Leben auseinanderzusetzen, ihre Svhulbildung erlaubt keine reale Beurteilung der Lage in diesem Land!

Wer glaubt das die Senkung voll an den Verbraucher weitergegeben wird, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Sicherlich wird einiges unten ankommen, aber ich höre heute schon aus den Medien wie der Handel jammert über die nun erhöhten Kosten der Preiseumstellung für ein halbes Jahr.