Jahresempfang
Merkel: Jetzt wieder etwas mehr Zeit für den Wahlkreis

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach vor dem Jahresempfang des Wirtschaftsrates der CDU auf dem Alten Markt mit Demonstranten einer Schülerdemo.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach vor dem Jahresempfang des Wirtschaftsrates der CDU auf dem Alten Markt mit Demonstranten einer Schülerdemo.
Stefan Sauer

Die Bundeskanzlerin sagte in Stralsund, sie möchte sich dafür einsetzen, dass die A20 bei Tribsees so schnell wie möglich wieder instandgesetzt wird.

Zum 29. Mal hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrem Wahlkreis zum traditionellen Jahresempfang geladen. Mehr als 400 Gäste waren der Einladung in die „Alte Brauerei” in Stralsund gefolgt. Viele solcher Festlichkeiten wird es nicht mehr geben, denn sie hat ihre letzte Legislaturperiode angekündigt hat.

Merkel versicherte, dass sie nach dem Verzicht auf das Amt als CDU-Chefin nun auch wieder etwas mehr Zeit für ihren Wahlkreis haben werde. So wolle sie sich dafür einsetzen, dass die A 20 bei Tribsees so schnell wie möglich wieder instandgesetzt werde. Dennoch brauche das Projekt noch einige Zeit, relativierte die Kanzlerin.

An die Menschen hierzulande appellierte sie, auch 30 Jahre nach dem Mauerfall noch einmal darüber nachzudenken, was nötig sei, um die Demokratie am Leben zu halten. Wichtig sei vor allem auch die Bereitschaft zum Kompromiss. „Wenn der Kompromiss in Misskredit gebracht wird, dann ist Demokratie nicht mehr möglich.” Dazu gehöre auch, dass man die Opposition so achte, dass auch sie die Chance habe, wieder zu Mehrheiten zu gelangen.

Die Menschen müssten sich auf neue Strukturbrüche einstellen

Nach der Wende vor 30 Jahren und der Währungsunion hätten fast alle Ostdeutschen ihr Leben total ändern und klassische Strukturbrüche bewältigen müssen, sagte Merkel. Die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Ost und West, aber auch in einigen westdeutschen Regionen, sei heutzutage noch immer aktuell.

„Aber auch in den nächsten Jahren müssen sich die Menschen wieder auf große Strukturumbrüche einstellen”, sagte die Kanzlerin. Als Beispiel nannte sie die neuen Herausforderungen an die Autoindustrie, wie die Umstellung auf batteriegetriebene Fahrzeuge und das autonome Fahren. Aber auch der Schiffbau, wie die MV Werften, die zum Beispiel in Stralsund hochwertige Passagierschiffe der Eisklasse bauten, stünden mitten in einem Strukturwandel hin zu modernsten Technologien.