Diskussion um Obergrenzen

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Minister will mehr kleine und mittlere Unternehmen fördern

Der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern Harry Glawe (CDU) will neue EU-Förderobergrenzen für kleine und mittlere Unternehmen.
Der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern Harry Glawe (CDU) will neue EU-Förderobergrenzen für kleine und mittlere Unternehmen.
Jens Büttner

Die Wirtschaft wächst, und schnell kann es passieren, dass eine Firma kein Kleinunternehmen mehr ist. Dann verringern sich Fördermöglichkeiten. Was tun?

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) will mehr kleine und mittlere Unternehmen fördern. Derzeit überprüft die EU, was als Kleinst-, Klein- und mittleres Unternehmen gilt. Davon hängt ab, wie viel Förderung eine Firma bei Investitionen bekommen kann.

Mecklenburg-Vorpommern fordert in dem Zusammenhang eine Anhebung der Grenzwerte etwa bei Mitarbeitern und Umsatz sowie die Einführung einer zusätzlichen Kategorie „Small-Mid-Caps“ (Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern), wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte. „Auf diese Weise können mehr Unternehmen von der Förderung profitieren“, etwa aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“.

Aktuell gelten Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern und höchstens 10 Millionen Euro Umsatz im Jahr als Kleinst- und Kleinunternehmen. Sie können 30 Prozent Förderung bei Investitionen bekommen. Mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern und maximal 50 Millionen Euro Jahresumsatz können immerhin 20 Prozent erhalten.

Zusätzliche Kategorie soll eingeführt werden

Glawe und die Landesregierung fordern, die bereits seit 2005 unverändert geltenden Obergrenzen um jeweils 20 Prozent anzuheben – wegen der Inflation und der gestiegenen Wirtschaftskraft. Das heißt, dass die Grenze bei Kleinstunternehmen auf 12 Mitarbeiter und 2,4 Millionen Euro Jahresumsatz steigen würde, bei Kleinunternehmen auf 60 Mitarbeiter und 12 Millionen Euro Umsatz. Bei mittleren Unternehmen würden die neuen Grenzen – wenn die EU dem Vorschlag aus MV folgt – bei 300 Mitarbeitern und 60 Millionen Euro Jahresumsatz liegen.

Außerdem soll nach dem Willen Mecklenburg-Vorpommerns eine zusätzliche Kategorie eingeführt werden, um auch etwas größeren Unternehmen einen besseren Zugang zu Fördermitteln zu verschaffen. Für diese „Small-Mid-Caps“ mit 250 bis 500 Beschäftigten werden immerhin noch zehn Prozent Förderung vorgeschlagen.

Würde diese Kategorie eingeführt, könnten wieder wie vor 2014 Erweiterungsinvestitionen von Unternehmen dieser Größenordnung gefördert werden, heißt es in einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bürger für Mecklenburg-Vorpommern (BMV). Ende Juli gab es demnach 146 Firmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern im Land. Ob die EU-Kommission diesen Vorschlägen angesichts des Austritts Großbritanniens aus der EU folgt, ist offen.