CORONA-REGELN

Ministerin warnt vor Schul-Schließungen in MV

Trotz mehrerer Pannen nach den Sommerferien gibt sich Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) zufrieden mit der Situation an den Schulen im Land, brachte aber auch eine Warnung zum Lehrerkongress nach Rostock.
dpa
Bettina Martin (SPD) appellierte am Sonnabend in Rostock. Strenge Regeln in der Schule wären nur ein Teil der Strategie g
Bettina Martin (SPD) appellierte am Sonnabend in Rostock. Strenge Regeln in der Schule wären nur ein Teil der Strategie gegen Corona. Frank Hormann
Rostock.

MV-Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hat an die „Vernunft aller“ appelliert, um weitere flächendeckende Kita- und Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie zu vermeiden. „Dafür müssen wir in den Schulen die Schutzmaßnahmen einhalten, aber dafür muss sich vor allem die Gesellschaft insgesamt an die Regeln halten“, sagte Martin am Samstag auf dem Norddeutschen Lehrertag in Rostock. „Denn das Virus wartet ja nicht in der Schule, sondern wird von außen hineingetragen.“ Sie hoffe deshalb auf die Vernunft aller, damit auch in den Winterwochen so viel Schule für die Kinder gemacht werden könne wie nur irgend möglich.

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Wandel im Schneckentempo

Martin hatte zu Beginn des neuen Schuljahres viel Kritik einstecken müssen. Der Start nach den Sommerferien lief nicht ohne Pannen. Am Sonnabend dankte sie den Lehrern für ihren Einsatz. „Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern gehen seit dem Start des Schuljahres täglich mehr als 99 Prozent der Schüler in die Schule – jeden Tag, fünf Tage die Woche. Das ist nur mit Ihrem Engagement möglich.“

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Umgekehrt gab es nicht nur lobende Worte beim Kongress in Rostock. Michael Blank, Chef des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) in MV forderte einen deutlich schnelleren Ausbau von Datenleitungen. Es nütze nicht viel, alle Lehrer mit einem Laptop auszustatten, wenn ein Teil der Schulen und auch viele Haushalte immer noch kein schnelles Internet hätten.

Es fehlt an allen Enden

Um Schulen zukunftssicher zu machen, bedarf es demnach unter anderem einer schnellen digitalen Ausstattung, Verkleinerung der Lerngruppen in den vorhandenen Räumen und baulicher Veränderungen. Zudem sei viel mehr qualifiziertes Personal erforderlich. Es werde Zeit, dass die Politik endlich handle und die Bildungspolitik das Image eines ungeliebten Stiefkindes endlich verliere, sagte Blanck.

Milliarden für Laptops und Datenleitungen

Martin sagte, es sei gut dass Bund und Länder mit dem DigitalPakt Schule 5,5 Milliarden Euro für den Ausbau der digitalen Infrastruktur der Schulen investieren. Und es sei auch der richtige Schritt, dass weitere 1,5 Milliarden Euro fließen, damit die Schulträger Geräte für Schülerinnen und Schüler anschaffen könnten, die zuhause keinen Zugang zu einem Computer oder Laptop haben. „Und – was mir besonders wichtig war – es ist gut, dass wir bald auch mobile Endgeräte für die Lehrkräfte im Land bereitstellen können, damit sie rechtssicher und verlässlich digital arbeiten können.“

Aber Digitalisierung an Schule sei weit mehr als die technische Ausstattung, sagte die Ministerin. „Wenn wir darüber sprechen, was die digitale Durchdringung aller unserer Lebensbereiche für Schule bedeutet, dann geht es auch um Themen wie vernetztes Denken, teamorientiertes Arbeiten, soziale Kompetenzen und selbstständiges Lernen. Das sind Fähigkeiten, die unsere Kinder für die Welt von morgen benötigen.“ Und die die Lehrer hätten sich schon längst auf den Weg gemacht, „diese wichtigen Aspekte auch in Ihren Unterricht mit einzubeziehen“.

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