Eine Impfung gegen das Coronavirus (Archivbild)
Eine Impfung gegen das Coronavirus (Archivbild) Sven Hoppe
Impfpflicht

Ministerium pocht auf Meldepflicht für Pflegekräfte

Bei der einrichtungsbezogenen Impfpflicht ruft das Gesundheitsministerium von MV alle Unternehmen auf, ungeimpfte Mitarbeiter zu melden.
dpa
Schwerin

Das Schweriner Gesundheitsministerium sieht hinsichtlich der einrichtungsbezogenen Impfpflicht Nachholbedarf bei der Meldung ungeimpfter Mitarbeiter. Es sei nicht auszuschließen, dass Unternehmen und Einrichtungen ihrer Prüfungs- und Meldepflicht nicht nachgekommen sind, erklärte Ministeriumssprecher Alexander Kujat am Freitag auf Nachfrage. Ende Mai habe man in einem Schreiben die Gesundheitsämter nochmals aufgefordert, an Einrichtungen und Unternehmen heranzutreten.

„Hier sei dringender Handlungsbedarf geboten“, zitierte der Landkreis Vorpommern-Rügen das Ministerium in einer Pressemitteilung. Man fordere betroffene Einrichtungen auf, Beschäftigte über die Plattform „Impf-MV“ zu melden, die benötigte Nachweise bisher nicht erbracht hätten oder wenn Zweifel an der Echtheit des geforderten Nachweises bestanden. Der Landkreis verwies außerdem darauf, dass ein Unterbleiben solcher Meldungen ordnungswidrig sei und mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

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7600 Mitarbeiter ungeimpft und nicht genesen

Nach jüngsten Erhebungen des Schweriner Gesundheitsministeriums sind in Mecklenburg-Vorpommern knapp 7600 Pflegekräfte und Mitarbeiter von Dienstleistern in Einrichtungen nicht gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Corona-Infektion genesen. Während in Sachsen schon mehr als 1000 ungeimpfte Pflegekräfte die Erlaubnis bekommen haben, ihre Arbeit weiter auszuüben, sind im Nordosten laut Gesundheitsministerium noch keine Entscheidungen gefallen. Mit ersten Bescheiden sei Ende Juni bis Anfang Juli zu rechnen. In MV befänden sich die Behörden mitten im vorgesehenen Verwaltungsverfahren. Etwaigen Bescheiden gingen Anhörungsschreiben zur Klärung der Sachverhalte voraus.

Der sächsische Landkreis Mittelsachsen hatte am Donnerstag bekanntgegeben, das Gesundheitsamt habe schon 1200 Betroffenen schriftlich bescheinigt, dass sie ihrer Arbeit weiter uneingeschränkt nachgehen könnten. Der Landkreis wich den Angaben zufolge vom bundesweit geltenden Vorgehen in der Corona-Pandemie ab und verzichtete auf die Anhörung der Betroffenen und die Androhung von Bußgeldern und Betretungsverboten. Vielmehr sei bei den Pflegeeinrichtungen abgefragt worden, ob bei einem Betretungsverbot der ungeimpften Mitarbeiter die Versorgungssicherheit gefährdet sei.

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Kommentare (2)

Beten wir die Impfung an, dass diese das paradisische Seelenheil bringen möge! Wir sind schon soweit, dass wenn wer im Pflege- oder Seniorenheim stirbt, dies als Katastrophenmeldung in der Zeitung steht.

Liebe Mecklenburger , nehmt Euch ein Beispiel an den Sachsen und verhindert mit der gemäßigten Handhabung des Gesetzes einen Kranken- und Pflegenotstand, in dem Ihr 7.400 Menschen aus dem Arbeitsleben ausgrenzt.