Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, ist zufrieden mit den Ergebnissen des harten Lock
Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, ist zufrieden mit den Ergebnissen des harten Lockdowns in MV. Stefan Sauer
Corona-Pandemie

Ministerpräsidentin Schwesig lobt sich für harten Lockdown

Die geringste Inzidenz im Bundesgebiet, Schulen und Kitas wieder offen, Tourismus und Kultur mit Perspektive: Manuela Schwesig (SPD) sieht den harten Lockdown bestätigt.
dpa
Schwerin

Unmittelbar vor Inkrafttreten weiterer Lockerungsschritte in Mecklenburg-Vorpommern hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) den harten Lockdown im Frühjahr verteidigt. Damit seien Menschenleben gerettet und die Voraussetzungen für die Lockerungen nun zum Sommer hin im ganzen Land geschaffen worden. „Das war eine schwere Entscheidung. Wir haben den Bürgerinnen und Bürgern viel zugemutet. (...) Es war die richtige Entscheidung”, sagte Schwesig am Montag in einer Sondersitzung des Landtags in Schwerin.

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Geringste Inzidenz aller Bundesländer

Die Landesregierung habe ihr Versprechen erfüllt, als erstes Kitas und Schulen wieder zu öffnen. Der rasche Rückgang der Infektionszahlen habe zudem dazu geführt, dass auch der Tourismus früher starten konnte als zunächst geplant. Gaststätten und Geschäfte seien wieder offen, kulturelle Veranstaltungen und Familienfeiern würden wieder möglich.

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„Wir gehen Schritt für Schritt aus dieser Pandemie. Und das ist gut für das Leben in Mecklenburg-Vorpommern, und das ist gut für die wirtschaftlichen Aktivitäten im Land.” Mit 14,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche (Stand 31.5., 16.40 Uhr) wies Mecklenburg-Vorpommern zuletzt die geringste Sieben-Tage-Inzidenz aller Bundesländer auf.

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Doch warnte Schwesig vor leichtfertigem Verzicht auf die fortbestehenden Schutzregeln wie Maske tragen oder Abstand halten. „So erfreulich diese Entwicklung ist, Corona ist noch nicht ganz vorbei”, mahnte die Regierungschefin. Doch zeigte sie sich zuversichtlich, dass auch mit weiter wachsender Zahl von Impfungen die Kontaktbeschränkungen weiter gelockert werden können.

Open-Airs grundsätzlich möglich

Schon zum 1. Juni dürfen sich im Nordosten zehn Menschen aus maximal fünf Haushalten treffen. Kinder bis 14 Jahre sowie zweifach geimpfte Menschen, deren zweite Impfung mindestens zwei Wochen zurückliegt, werden nicht mitgezählt, wie auch Genesene. Die Maskenpflicht auf den Schulhöfen wird aufgehoben. An den Hochschulen sind einzelne Präsenzveranstaltungen wieder möglich, Fitnessstudios dürfen unter Auflagen landesweit öffnen. Museen, Gedenkstätten, Ausstellungen, Bibliotheken und Archive öffnen ebenfalls wieder. Veranstaltungen wie etwa Open-Airs sind nach einer Einzelfallgenehmigung grundsätzlich wieder möglich. Die Sperrstunde für die Gastronomie entfällt.

Vom 4. Juni an dürfen Menschen aus allen Regionen Deutschlands wieder in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub machen. Für Einheimische war das Reiseverbot schon eine Woche früher aufgehoben worden.

Der AfD-Abgeordnete Holger Schneider zog in Zweifel, dass die rückläufige Tendenz bei den Corona-Infektionen auf den Lockdown und die bundesweite Notbremse zurückzuführen sind. „Die Zahlen sanken auch ohne Lockdown”, sagte er.

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