FORSCHUNGSPROJEKT

Missbrauchsopfer der katholischen Kirche berichten

In der katholischen Kirche in Mecklenburg sollen von 1945 bis 1989 mehr als 50 Männer und Frauen von Priestern missbraucht worden sein. Gegen einen Priester gibt es besonders schwere Vorwürfe.
dpa
Kirchenkreuz (Symbolbild)
Kirchenkreuz (Symbolbild) Friso Gentsch
Neubrandenburg.

Für die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Mecklenburgs beginnt am Montag eine neue Etappe. Bei einem Treffen in der Kirchengemeinde in Neubrandenburg wollen ein vierköpfiges Forscherteam und Erzbischof Stefan Heße die Methodik der Forschungsarbeit sowie den zeitlichen Ablauf der auf zwei Jahre angelegten Studie vorstellen. Die Forschungsleitung soll die Expertin für forensische Psychiatrie, Manuela Dudeck, übernehmen.

Für die Studie sollen Interviews mit Betroffenen erarbeitet werden und die Forscher erstmals Zugang zu bestimmten Archiven erhalten. In Neubrandenburg soll auch ein Betroffener von seinen leidvollen Erfahrungen berichten.

Schwere Vorwürfe gegen Priester Hermann-Josef Timmerbeil

Eine Studie der Deutschen Bischofskonferenz hatte für den Zeitraum von 1945 bis 1989 ergeben, dass 17 Priester im mecklenburgischen Teil der katholischen Kirche des Missbrauchs beschuldigt werden. Insgesamt soll es 54 betroffene Männer und Frauen geben.

Besonders schwere Vorwürfe gibt es gegen den Priester Hermann-Josef Timmerbeil, der von 1946 bis 1975 in Neubrandenburg im Amt war und 1979 gestorben war. Ihm werden „schwere physische und sexuelle Gewalt gegen Kinder“ vorgeworfen. Betroffen sind unter anderem noch Kirchengemeinden in Dömitz, Gadebusch, Wismar, Tessin, Waren, Grevesmühlen, Neustadt-Glewe und Neustrelitz.

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