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Mit Drohnen auf der Suche nach Rehkitzen

Mit ihren Drohnen retten sie Leben: der Vorsitzende des Vereins Wildtierhilfe MV, Frank Demke (r.) und der Drohnen-Pilot Siegfried Talke.
Mit ihren Drohnen retten sie Leben: der Vorsitzende des Vereins Wildtierhilfe MV, Frank Demke (r.) und der Drohnen-Pilot Siegfried Talke.
Wemag/Stephan Rudolph-Kramer

Die Wildtierhilfe MV spürt mit Drohnen Jungtiere auf – damit sie nicht von Erntemaschinen überrollt werden. So wurden schon mehr als 30 Tieren das Leben gerettet.

„Ein bisschen bekloppt muss man schon sein“, sagt Frank Demke vor der Demonstration einer Drohne. Der 53-Jährige ist Vereinsvorsitzender der Wildtierhilfe MV aus Sabel bei Laage. Er und seine Mitstreiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit den unbemannten Fluggeräten Wildtierjunge aus Wiesen zu retten, bevor diese abgemäht werden. 500  000 Wildtiere sterben bundesweit jährlich, weil sie von Erntemaschinen verstümmelt oder getötet werden, schätzt der Verein.

Zwei Drohnen, eine mit sechs, eine mit acht Propellern, haben die 16 Vereinsmitglieder mit Kameras für Video und Wärmebilder ausgestattet, um die Jungtiere aus der Luft aufzuspüren. Kostenpunkt pro Fluggerät etwa 12  000 Euro, erzählt Demke. Das Geld haben die Tierschützer aus Spenden von Unternehmen aus der Region und von Privatpersonen erhalten, sagt er. Mehrere Tausend Euro habe er in den letzten Jahren privat zugeschossen.

Tierschützer retteten 31 Rehkitze

Vor drei Jahren gründeten Demke und seine 15 Mitstreiter den Verein, unterstützt werden sie von weiteren 25 Helfern. Am Freitag konnte sich die Wildtierhilfe über weitere 2500 Euro freuen. Michael Hillmann vom Schweriner Energieversorger Wemag überreichte einen symbolischen Scheck. Das Geld soll vor allem in neue Akkus investiert werden, sagt Pilot Siegfried Talke.

Der Sprecher der unteren Jagdbehörde im Kreis Vorpommern-Greifswald, Achim Froitzheim, hält die Technik für eine „begrüßenswerte Sache“. „Um diese Jahreszeit spielen sich immer tragische Szenen ab, wenn Tausende Tiere den Mähtod sterben“, sagt er.

Mit den beiden Drohnen haben die Tierschützer in diesem Jahr 1000 Hektar absuchen und 31 Rehkitze retten können, erzählt Vereinschef Demke weiter.