Staatsanwaltschaft ermittelt

Mitarbeiter von Waffenbehörde mit Verbindungen zu „Nordkreuz”-Preppern?

Ein Sachbearbeiter der Waffenbehörde in Ludwigslust-Parchim soll Munition ausgehändigt haben, die später bei einem Mitglied der rechten Gruppe „Nordkreuz” gefunden wurde. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Die ausgehändigte Munition wurde laut der Staatsanwaltschaft bei dem ehemaligen Scharfschützen Marko G. gefunden, de
Die ausgehändigte Munition wurde laut der Staatsanwaltschaft bei dem ehemaligen Scharfschützen Marko G. gefunden, der Ende 2019 verurteilt wurde wegen illegalen Besitzes einer Maschinenpistole, 1500 Schuss Kriegswaffenmunition (noch nicht rechtskräftig). Bernd Wüstneck
Schwerin

Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt gegen einen Sachbearbeiter der Unteren Waffenbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Es geht um den Verdacht des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und um Vorteilsannahme, wie es am Dienstag von der Staatsanwaltschaft hieß. Demnach soll der Beschuldigte Ende 2017 unter anderem zehn Patronen Kriegswaffenmunition, die bei einer Durchsuchung bei dem ehemaligen SEK-Scharfschützen Marko G. sichergestellt worden waren, aus dienstlicher Verwahrung einem weiteren Beschuldigten ausgehändigt haben. Gegen den dritten Beteiligten werden gesondert ermittelt, hieß es.

Marko G. gilt als der Gründer der rechten „Prepper”-Gruppe „Nordkreuz”. Das Landgericht Schwerin hatte den früheren Scharfschützen beim Spezialeinsatzkommando (SEK) Mecklenburg-Vorpommern kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Unter anderem ging es im Prozess gegen G. um den illegalen Besitz einer Maschinenpistole der israelischen Marke Uzi und 1500 Schuss Kriegswaffenmunition sowie um die unsachgemäße Lagerung weiterer Waffen, Munition und Sprengmittel. Die Staatsanwaltschaft hatte Revision gegen das Urteil eingelegt.

Gegenstand der aktuellen Ermittlungen gegen den Sachbearbeiter der Waffenbehörde ist auch der Verdacht, dass dieser 2017 für die kurzfristige Erteilung einer Einfuhrgenehmigung für ein Gewehr Geld von dem dritten Beschuldigten angenommen haben soll. Nach einem richterlichen Beschluss wurden vergangene Woche die Diensträume des Beschuldigten untersucht. 

 

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