Passanten hatten die Polizei gerufen, als der Ehemann nach der Tat mit blutverschmierter Kleidung durch die Stadt lief.
Passanten hatten die Polizei gerufen, als der Ehemann nach der Tat mit blutverschmierter Kleidung durch die Stadt lief. vchalup_stock-adobe-com
Mutter (38) getötet

Mord schürt Ängste bei Eltern in Barth

Mit der besinnlichen Ruhe in Barth ist es vorbei. Nach den Messerstichen, die eine Frau töteten, machen sich unter Eltern im Ort Sorgen breit.
Schwerin

Nach dem gewaltsamen Tod einer Frau in Barth (Vorpommern-Rügen) ist bereits Haftbefehl gegen ihren Ehemann erlassen worden. Es bestehe der dringende Tatverdacht des Mordes aus niederen Beweggründen, sagte ein Sprecher des Amtsgerichtes Stralsund. Dem aus Marokko stammenden Mann wird vorgeworfen, seine 38-jährige Frau am Mittwoch in einer Asylbewerberunterkunft in der Kleinstadt vorsätzlich erstochen zu haben.

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Doch obwohl der Marokkaner jetzt in Haft ist, „zeigen sich nach der tragischen vermeintlichen familiären Gewalttat einige Eltern besorgt”, teilte das Bildungsministerium am Freitag mit. Der Zentrale Fachbereich für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) des Ministeriums habe unmittelbar nach dem Vorfall eine enge Begleitung und Unterstützung der Schule sichergestellt.

„Uns haben vereinzelt Anfragen der Eltern von Mitschülerinnen und -schülern der betroffenen Kinder der Familie erreicht. Gerade mit der Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach den Ferien erleben wir die Eltern als sehr wachsam, aber auch verunsichert”, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke).

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Die Gewalttat soll sich in einem Zimmer der Familie in der Unterkunft in Barth ereignet haben. Zur Familie gehören drei Kinder, die aber zur Tatzeit in Kindereinrichtungen gewesen sein sollen. Sie würden vom Jugendamt betreut, hieß es.

Obwohl es sich um einen Vorfall im außerschulischen Bereich handelt, sei den möglichen Auswirkungen auf die Schulgemeinschaft mit einem Höchstmaß an Sensibilität zu begegnen, teilte das Bildungsministerium mit. „Wir nehmen die Ängste und Sorgen vor Ort sehr ernst und haben bereits schulpsychologische Unterstützung für direkt und indirekt Betroffene organisiert.”

Am Montag nach den Herbstferien werde das mobile Team des ZDS die Kinder, Eltern und Lehrkräfte direkt vor Ort unterstützen. Über die zentrale Leitstelle sei zudem sofort eine zusätzliche psychologische Begleitung sichergestellt worden, sagte die Ministerin.

 

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