SCHIFFBRUCH IN DER OSTSEE

Motorboot sinkt südlich von Rügen - zwei Sportler in Gefahr

Dramatische Szenen auf der Ostsee: Ein Boot sinkt, Wasser strömt ein, die Pumpen versagen. Zwei Menschen sind in höchster Gefahr. Die Seenotretter sind unterwegs, aber die Rettung kommt von anderer Stelle.
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Übers Heck versinkt das Motorboot im Greifswalder Bodden. Die zweiköpfige Besatzung ist zu diesem Zeitpunkt bereits
Übers Heck versinkt das Motorboot im Greifswalder Bodden. Die zweiköpfige Besatzung ist zu diesem Zeitpunkt bereits in Sicherheit. Die Seenotretter - DGZRS
Das Seenotrettungsboot Casper Otten.
Das Seenotrettungsboot Casper Otten. Martin Stöver
Bergen.

Das Motorboot eines Paares ist am Freitag südlich der Insel Rügen in der Ostsee versunken. Kurz vor 12 Uhr meldeten sich die beiden Wassersportler bei den Seenotrettern der DGzRS (Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger).

Sie berichteten von einem starken Wassereinbruch – zuvor hatte das Boot offenbar den Grund berührt. Das Seenotrettungsboot Casper Otten (Station Lauterbach) nahm wenig später mit seiner Freiwilligen-Besatzung Kurs auf die Havaristen.

Pumpe schafft Wassereinbruch nicht

Der Skipper wollte aus eigener Kraft versuchen, den Hafen von Thiessow auf der Halbinsel Mönchgut anzusteuern. Doch dazu kam es nicht mehr. Die Lenzpumpe des 12,5 Meter langen Motorbootes genügte nicht, um das einströmende Wasser unter Kontrolle zu bringen. Nach einer weiteren Seemeile (knapp zwei Kilometern) Fahrt fiel der Strom an Bord des Motorbootes aus.

Die Seenotretter hatten bereits die Schifffahrt im Revier über die Notlage des Motorbootes informiert. Zwei Segelyachten in unmittelbarer Nähe und das etwas weiter entfernt fahrende Küstenstreifenboot „Damerow“ der Wasserschutzpolizei boten ihre Hilfe an. Eine der beiden Seglercrews machte den Havaristen schnell aus: Zu diesem Zeitpunkt war das Motorboot bereits bis zur Deckslinie vollgelaufen.

Segelyacht in letzter Minute da

Buchstäblich in letzter Minute übernahm die Segelyacht die beiden etwa 60-jährigen Schiffbrüchigen. „Kurz vor unserem Eintreffen sahen wir vor uns, wie das Motorboot übers Heck im Greifswalder Bodden versank“, schildert Andreas Jahn, Vormann der Casper Otten, die Situation.

Die Seenotretter nahmen die Schiffbrüchigen an Bord und brachten sie sicher nach Lauterbach. Die Besatzung der „Damerow“ sammelte treibende Ausrüstungsteile des untergegangenen Bootes ein.

Zur Unglückszeit herrschten südlich von Rügen laut DGzRS westliche Winde um zwei Beaufort, nahezu kein Seegang und gute Sicht.

Wenigen Stunden zuvor schleppten Seenotretter einen Heißluftballon bis nach Zinnowitz. Der ungewöhnliche Einsatz rettete vier Ballonfahrer vor einer nassen Landung in der Ostsee.

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