GESUNDHEITSAMT

Multiresistente Keime in Uniklinik Greifswald festgestellt

Multiresistente Darmbakterien sind im Landkreis Vorpommern-Greifswald offenbar weiter auf dem Vormarsch. Im Universitätsklinikum Greifswald wurden weitere Fälle nachgewiesen.
dpa
Der Erreger hat dem Chefhygieniker der Universitätsmedizin Greifswald, Nils Hübner, zufolge einen besonderen Mechani
Der Erreger hat dem Chefhygieniker der Universitätsmedizin Greifswald, Nils Hübner, zufolge einen besonderen Mechanismus entwickelt, der Antibiotika unwirksam mache. Archivbild Stefan Sauer
Greifwald.

Im Universitätsklinikum Greifswald sind drei weitere Fälle des multiresistenten Darmbakteriums 4MRGN Klebsiella pneumoniae festgestellt worden. Damit seien dem Landesamt für Gesundheit und Soziales inzwischen 17 Nachweise aus vier Krankenhäusern im Landkreis Vorpommern-Greifswald übermittelt worden, teilte das Amt am Mittwoch in Rostock mit.

Sechs Patienten gelten demnach als infiziert, die anderen elf lediglich als besiedelt. In den drei jüngsten Fällen an der Universitätsmedizin Greifswald seien die betroffenen Personen mit dem Bakterium besiedelt, aber nicht daran erkrankt.

Ein Fall sei Ergebnis der Screening-Maßnahmen in der Unimedizin. Bei den anderen beiden Fällen hatte demnach bereits der Verdacht bestanden, die endgültige Bestätigung aus dem Nationalen Referenzzentrum Bochum aber noch ausgestanden.

Was wird gegen den Keim getan?

Für gesunde Menschen ist das Bakterium dem Landesamt zufolge ungefährlich. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem könne es jedoch schwere Infektionen hervorrufen. Die üblichen Antibiotika seien bei der Behandlung unwirksam, es gebe jedoch wirksame Reservemedikamente.

Der Erreger hat dem Chefhygieniker der Universitätsmedizin Greifswald, Nils Hübner, zufolge einen besonderen Mechanismus entwickelt, zwei Enzyme zu bilden, die die üblichen Antibiotika aufspalten und unwirksam machen. Alle Maßnahmen, die weitere Ausbreitung des Bakteriums in Krankenhäusern zu verhindern, werden dem Landesamt zufolge aufrechterhalten.

So sollen alle Patienten in Krankenhäusern untersucht werden, die bereits in den vergangenen sechs Monaten in einer der betroffenen Kliniken stationär behandelt worden waren. Gesunde Menschen verlieren den Keim den Angaben zufolge nach einer gewissen Zeit.

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