Mord in Wittenburg

Mutmaßlicher Mörder hat wahres Alter verheimlicht

Ein Gutachten bestätigt Zweifel am Alter des mutmaßlichen Mörders von Wittenburg. Das hat Auswirkungen auf das Strafmaß des abgelehnten Asylbewerbers.
Christine Gerhard Christine Gerhard
In dem Haus ist ein 85 Jahre alter Mann mit einem Messer getötet worden.
In dem Haus ist ein 85 Jahre alter Mann mit einem Messer getötet worden. Axel Heimken
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Wittenburg.

Im Fall des Messermordes von Wittenburg hat die Staatsanwaltschaft ein Altersgutachten in Auftrag gegeben. Demnach sei der Beschuldigte nicht, wie auf seinem Personaldokument angegeben, 20 Jahre alt, sondern soll mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Tatzeitpunkt schon über 21 gewesen sein, meldet die Staatsanwaltschaft.

Der abgelehnte Asylbewerber wird verdächtigt, vergangenen November einem 85-Jährigen in dessen Bett die Kehle durchgeschnitten haben, nachdem er angeblich wegen Hilfsarbeiten ins Haus des Rentners eingedrungen war.

Stutzig wurden die Behörden schon bei der Haftvorführung, zudem habe der Verdächtige nach Angaben der Staatsanwaltschaft sein Alter im Asylverfahren bereits mit 24 angegeben. Nun ist gutachtlich bestätigt, dass die Dokumente offenbar gefälscht sind. Der mutmaßliche Täter falle damit nicht mehr unter das Jugendstrafrecht, berichtet die dpa weiter.

Die Ermittlungen und die Auswertung der gesicherten Spuren dauern weiter an. Die Motive des mutmaßlichen Mörders, der sich bislang nicht zur Tat geäußert hat, sind bislang unklar. Hinweise auf eine politische Motivation gebe es aber nicht, so die Staatsanwaltschaft. Im Anschluss an den Mord hatte die AfD mehrere Demonstrationen in der Stadt organisiert.