Transporter verunglückt

:

Mutter erhebt nach Unfall schwere Vorwürfe

Der Aufprall des Transporters war offensichtlich so stark, dass der Stahlpfosten deformiert wurden. Im Hintergrund sieht man noch das Schild der endenden 30er-Zone.
Der Aufprall des Transporters war offensichtlich so stark, dass der Stahlpfosten deformiert wurden. Im Hintergrund sieht man noch das Schild der endenden 30er-Zone.
Ricarda Berend

Auf dem Gelände des Jugendfördervereins Parchim/Lübz sind mehrere Menschen verletzt worden. Der Unfall hätte leicht vermieden werden können, meint eine Mutter.

Vor einer Woche verunglückte ein Transporter auf dem Gelände des Jugendfördervereins Parchim/Lübz. Aus bislang noch ungeklärter Ursache war der blaue Kastenwagen dabei gegen einen Pfeiler geprallt. Neben dem Fahrer waren vier Mitfahrer an Bord, darunter drei Kinder. Eine Mitfahrerin wurde bei dem Unfall schwer verletzt, die Mutter des zwölfjährigen Adrian, die nun schwere Vorwürfe gegen den Fahrer erhebt.

„Er war mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, weshalb das Auto aus der letzten Kurve gedriftet und gegen den Pfeiler gekracht ist“, sagt Ricarda Berend, die in Medrow bei Demmin lebt. Schon in den Kurven zuvor sei es mehrfach knapp gewesen, aber dennoch glimpflich ausgegangen. Laut Aussagen der Mutter habe sich der 37-jährige Fahrer regelrecht einen Spaß aus der rasanten Fahrt mit den Kindern gemacht. Und trotzdem schritt die 38-Jährige nicht ein, wie sie offen gesteht. Und so kam es zum Unausweichlichen.

Ein lauter Knall und knirschendes Blech beendeten die Fahrt jäh. Doch Glück im Unglück, die Kinder kamen mit nur leichten Verletzungen davon. „Darüber bin ich wirklich heilfroh“, so die Mutter, die es allerdings schwerer erwischte. Die Diagnose: Beckenbruch. Der Fahrer kam indes mit dem Schrecken davon. Doch anstatt Erste Hilfe zu leisten oder einen Notarzt zu rufen, habe der 37-Jährige vor sich hingeflucht und später sogar seine Späßchen gemacht, sagt Ricarda Berend.

Mutter muss wegen des Unfalls operiert werden

Einer Gruppe Pilzsammler, die zufälligerweise in der Nähe war, ist es zu verdanken, dass doch relativ zeitnah Hilfe gerufen wurde. Die Sammler untermauerten – laut Aussagen der Mutter – die geschilderten Eindrücke, dass der Fahrer viel zu schnell unterwegs war. „Es ist einfach unverantwortlich, dass solch ein Mann das Leben von Kindern leichtfertig aufs Spiel setzt“, sagt Berend, die nun nicht mehr auf der Intensivstation liegt, aber wegen des Unfalls demnächst operiert werden muss.

Der Jugendförderverein möchte sich nicht äußern. „Die Ermittlungen laufen und daher kein Kommentar“, so Sven Beyer, Bereichsleiter Jugendhilfe. Dies bestätigt ebenfalls die Polizeiinspektion Ludwigslust. „Da bei dem Unfall mehrere Leute zu Schaden kamen, ermitteln wir von Amts wegen“, so ein Sprecher. Eine Anzeige wegen Fahrlässigkeit laufe also, aber natürlich müsse man dafür alle Beteiligten befragen und auch die Spuren am Tatort rekonstruieren, fügt er an. „Aktuell vermuten wir, dass der Fahrer mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs war.“

Die ersten Erkenntnisse der Polizei decken sich demnach mit den Beobachtungen der Mutter. Nachdem Ricarda Berend nun nicht mehr im Krankenhaus ist, möchte sie ebenfalls Anzeige gegen den Fahrer erstatten. „Zum einen möchte ich Gerechtigkeit, und zum anderen soll der 37-Jährige nicht mehr das Leben von Kindern aufs Spiel setzen.“

Kommentare (2)

auf Lebenszeit! Wegen Nichtbeherrschung des Fahrzeuges und mangelnder charakterlicher Reife.

- wahrlich - nicht geeignet - !