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MV auf der Weltausstellung – und was bringt’s?

Im deutschen Pavillon auf der Expo will MV vor allem mit Ernährung und Tourismus punkten.
Im deutschen Pavillon auf der Expo will MV vor allem mit Ernährung und Tourismus punkten.
Mourad Balti

Die Expo wandert seit mehr als 150 Jahren durch die Welt. In diesem Jahr ist sie zu Gast in Mailand. Auch Mecklenburg-Vorpommern präsentiert sich ab Freitag im Deutschen Pavillon von seiner besten Seite.

Wer an den Süden denkt, denkt an Spaghetti, Pizza und Meeresfrüchte. Italien ist das Land des guten Essens und nicht wenige Menschen planen regelmäßig einen Besuch beim Italiener ein. Auf der Mailänder Expo soll ab Mai nun ein Projekt aus Mecklenburg-Vorpommern nicht nur den Italiener, sondern der ganzen Welt zeigen, wie gutes Essen geht. Pommersche Hackbällchen mit Karottenraspeln in Gemüsesoße mit Petersilienkartoffeln – das ist nur ein Gericht, dass das Projekt Vitalmenü des Agrarmarketing serviert.

Zusammen mit der Vernetzungsstelle Schulverpflegung und dem Neubrandenburger Zentrum für Lebensmitteltechnologie hat Geschäftsführerin Jarste Weuffen Schulmenüs aus regionalen Produkten für Kinder entwickeln lassen. „Es war uns wichtig, dass ein vernünftiges warmes Essen herauskommt, das man auch bezahlen kann“, sagt sie. In den Mensen von fast hundert Kitas und Schulen wird das Essen mittlerweile ausgegeben.

Im Deutschen Pavillon zeigt sich vom 1. Mai bis zum 31. Oktober jedes Bundesland. Die großen Themen der mecklenburg-vorpommerschen Länderstation werden Ernährung und Tourismus sein. „Das sind unsere beiden Hauptfelder und die werden wir dort ausgiebig vorstellen“, sagt Kati Fischer, Referatsleiterin für Außenwirtschaft und Messen der Staatskanzlei. Das Design der Länderstation ist recht futuristisch. Große Einkaufswagen sollen aufgestellt werden, in denen sich Bildschirme befinden. Auf denen kann der Besucher wählen, welches Projekt er sich anschauen möchte.

Expo wird als Werbeveranstaltung genutzt

„Wir haben alle Kommunen, viele Vereine und Verbände gebeten, Ideen einzureichen“, sagt Kati Fischer. Über viele Auswahlschritte wurden dann schließlich drei Projekte ausgewählt. Neben den Vitalmenüs dürfen sich auch Prolupin und Paludikultur präsentieren. Prolupin stellt Lebensmittelzutaten aus der Süßlupine her. Die Paludikultur ist ein Verfahren der Universität Greifswald zur landwirtschaftlichen Nutzung von Hoch- und Niedermooren.

Mecklenburg-Vorpommern nutzt die Expo als eine Art große Werbeveranstaltung. Das Land habe das Problem, dass es in der Welt kaum bekannt sei, so Kati Fischer. „Wir wollen zeigen, dass es im Nordosten dieses wunderschöne Bundesland gibt, das einen schwierigen Namen trägt, aber viel zu bieten hat.“ Diese Werbeveranstaltung ist nicht gerade billig. Rund eine Viertelmillion Euro geben das Land- und das Wirtschaftsministerium sowie die Staatskanzlei für die Expo aus.

Aber das Geld ist laut Staatskanzlei gut angelegt. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der ausländischen Übernachtungsgäste zum ersten Mal über einer Million. „Dazu haben sicher auch internationale Veranstaltungen wie die Expo beigetragen“, so Oliver Kaiser, Sprecher der Staatskanzlei. Auch Jarste Weuffen möchte, dass ihre Schulmenüs durch die Expo an Bekanntheit gewinnen. „Wir hoffen auf Resonanz auf internationaler Ebene, auf Anfragen und Meinungen von Leuten, die auf der Ausstellung waren“, sagt sie.