Coronavirus

MV bereitet sich offenbar auf mögliche Ausgangssperre vor

Wird es bald auch in MV ernst mit den Ausgangssperren? Erste Hinweise lassen darauf schließen, dass diese Maßnahme gegen das Coronavirus eingesetzt werden könnte.
Bei der Polizei in MV laufen offenbar die logistischen Vorbereitungen für die Überwachung einer Ausgangssperre.
Bei der Polizei in MV laufen offenbar die logistischen Vorbereitungen für die Überwachung einer Ausgangssperre. Jens Büttner
Schwerin

Am späten Freitagabend hatten sowohl Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig als auch Innenminister Lorenz Caffier von der Verhängung einer Ausgangssperre noch abgesehen – doch gänzlich ausschließen wollten sie den Einsatz einer Ausgangssperre auch nicht. Schließlich gelten das rigorose Herunterfahren des öffentlichen Lebens und der weitgehende Verzicht auf soziale Kontakte als die wirksamsten Mittel zur weiteren Ausbreitung des grassierenden Coronavirus.

Hinweise auf Zwölf-Stunden-Schichten der Polizei

Dass es aber sehr kurzfristig – eventuell sogar schon ab Montag – zu einer Ausgangssperre auch in Mecklenburg-Vorpommern kommen könnte, ist nach Informationen des Nordkurier durchaus möglich. Zumindest in Teilen der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern sollen ab Wochenbeginn Sondereinsatzpläne gelten. Demnach sollen die Polizisten im stetigen Wechsel in Zwölf-Stunden-Schichten Dienst schieben, um im Falle einer Ausgangssperre entsprechend notwendige Präsenz und Kontrolle im öffentlichen Raum zu gewährleisten.

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Immer noch Touristen in MV

Die Verhängung der Ausgangssperre könnte die Konsequenz von Sorglosigkeit und Egoismus von Teilen der Bevölkerung sein. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte am Freitagabend eingeräumt, dass sich sowohl MV-Bürger als auch immer noch in MV weilende Touristen nicht an die bisher schon eingeleiteten restriktiven Maßnahmen halten würden.

Während in MV offenbar die logistischen Vorbereitungen für eine Ausgangssperre anlaufen, sind andere Bundesländern bereits weiter. In Bayern und im Saarland gilt seit Freitag eine Ausgangssperre, auch in Rheinland-Pfalz, Hamburg und Baden-Württemberg ist das öffentliche Leben im Vergleich zu MV noch stärker eingeschränkt.

Mehr lesen: Coronavirus kann auch Jüngere massiv treffen.

Bundeskanzlerin und Länderchefs beraten am Sonntag

Am Sonntag soll bei einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder versucht werden, eine möglichst einheitliche Linie deutschlandweit zu verabreden.

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Kommentare (9)

Möglicherweise Ausgangssperre?
Das steht doch sowieso schon fest, damit es nicht auffällt , nicht alle Bundesländer an einem Tag.
Wenn man sieht was hier noch für Automassen am Sonnabend unterwegs sind, ist das auch kein Wunder. Statt alle mal drei Wochen die Füße still halten, muss an 7 Tagen in der Woche „einkaufen“ gefahren werden.

Was soll denn das heißen? Es wurde lange genug gewarnt. Wer nicht hören kann, muss fühlen.
Da man es im dünn besiedelten MV wohl schafft sich schneller als in Hamburg zu infizieren, kommt die Massnahme wohl eher zu spät.

Hamburg hat 32 Fälle pro 100T Einwohner; MV dagegen 10. Bitte sachlich bleiben.

So wie ich gehört habe, sind die Fälle aus MV mehrheitlich auf Infizierungen aus Urlaubsgebieten (Österreich, Italien) zurückzuführen. In MV stecken sich bislang die wenigsten an. Infektionsketten sind noch nachvollziebar.

...bedeutet Arbeitsverbot, außer systemrelevante Bereiche. Scheint den Medien und der Bevölkerung nicht deutlich zu sein.

Wieso Arbeitsverbot? Wo soll das denn geregelt sein? Solche Behauptungen bitte nur mit Quellenangabe und nicht einfach so hinschreiben.
Jeder dessen Arbeit nicht von Zuhause aus funktioniert muss logischerweise hinfahren.

Es kommt Seuchenschutzgesetz §16 zur Anwendung. Das Ausmaß obliegt bei den entsprechenden Behörden, bei Panepidemie die Länder. Die Frage "wieso Arbeitsverbot" spielt keine Rolle. Die Bundes- und Landesregierungen haben bereits Milliarden Finanzpakete bereitgestellt. Bei Panepidemien geht man logischerweise nicht weiter arbeiten. Das hat man im 14.Jahrhundert bei der Pest gemacht, weil die Nahrungsmittellogistik eine andere war. Wenn Arbeitsverbot dann gehen viele Unternehmen den Bach runter, natürlich. Deshalb zögern die Politiker und appellieren mit Floskeln wie Solidarität, Vernunft, Verantwortung usw.

... kommt auch zur Anwendung.

regelt eindeutig, wem eine berufliche Tätigkeit zu untersagen wäre.
Es gibt kein pauschales Arbeitsverbot, nur weil Ausgangsbeschränkungen vorliegen.
Falls einige Betriebe den Bach runtergehen, dann ist das natürlich nicht gut. Liegt aber nicht an der Krise, sondern an mangelnder Vorsorge.