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Bertelsmann Stiftung

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MV bleibt trotz Verbesserungen Schlusslicht im Kita-Vergleich

Trotz Verbesserungen bei der Kinderbetreuung trägt MV bei der personellen Ausstattung der Krippen weiter die rote Laterne.
Trotz Verbesserungen bei der Kinderbetreuung trägt MV bei der personellen Ausstattung der Krippen weiter die rote Laterne.
Christian Charisius

Der alljährliche Vergleich bietet immer wieder Stoff für Diskussionen. MV schneidet regelmäßig schlecht ab. Zu unrecht, meint das Sozialministerium.

Die Bertelsmann Stiftung bescheinigt Mecklenburg-Vorpommern bei der Bildungs- und Betreuungsqualität in Kitas einen Qualitätssprung, sieht aber weiter Verbesserungsbedarf. In keinem anderen Bundesland habe sich innerhalb von fünf Jahren der Personalschlüssel so stark verbessert, hebt die in Gütersloh ansässige Stiftung in ihrer am Dienstag veröffentlichten Studie hervor.

Während Anfang 2012 in der Ganztagsbetreuung im Nordosten rein rechnerisch eine Fachkraft für 14,7 Kindergartenkinder zuständig gewesen sei, habe die Zahl im März 2017 bei 13,4 gelegen. Trotz der inzwischen kleineren Gruppen bleibt Mecklenburg-Vorpommern im Länderranking aber Schlusslicht beim Personalschlüssel.

Kritik an fehlenden Standards für die Studie

Die Ergebnisse der Bertelsmann Stiftung rufen regelmäßig Widerspruch beim Sozialministerium in Schwerin hervor. Nach dessen Ansicht fehlen bundeseinheitliche Standards für die Erhebung. So hätten in Mecklenburg-Vorpommern 92 Prozent der Erzieher einen Fachschulabschluss, in den alten Bundesländern hingegen weniger als 70 Prozent, hieß es. Zudem liege in Ostdeutschland die tägliche Betreuungszeit deutlich höher.

In Baden-Württemberg betreut der Studie zufolge eine Erzieherin im Schnitt 7 Kinder. Das ist der bundesweit beste Wert. Er liegt zudem nur knapp über dem Betreuungsschlüssel in den Kinderkrippen Mecklenburg-Vorpommerns, der 1 zu 6 beträgt.

Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt für eine kindgerechte frühkindliche Bildung in Krippen einen Personalschlüssel von 1 zu 3 und in Kindergärten von 1 zu 7,5. Um diese Betreuungsverhältnisse im Nordosten zu erreichen, müssten laut Stiftung allein im Kitabereich 6700 zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden. Die damit verbundenen Kosten würden sich auf 316 Millionen Euro im Jahr belaufen.