Vincent Kokert (CDU)
Vincent Kokert (CDU) Jens Büttner
Persönliche Gründe

▶️ MV-CDU-Chef Kokert tritt zurück

Der CDU-Fraktions- und Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Vincent Kokert, tritt von allen Ämtern zurück. Er führt persönliche Gründe ins Feld.
Schwerin

Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Landeschef Vincent Kokert hat an diesem Freitag seinen Rücktritt von allen Ämtern angekündigt. Er gab nach der Landtagssitzung eine kurze Erklärung ab. Über die Gründe des Rückzugs wurde zunächst nicht viel bekannt, sie sind offenbar persönlicher Natur. Kokert sagte: "Ich bin ein Familienmensch, wer mich kennt, der weiß das." Das lasse sich mit dem Umfang seiner politischen Arbeit nicht mehr vereinbaren.

Video: Kokerts Rücktrittserklärung

[Video]

In der Union sorgte Kokerts Erklärung für Fassungslosigkeit. Die Abgeordneten, die der 41-Jährige unmittelbar zuvor informiert hatte, traten leichenblass aus dem Fraktionssaal heraus. Niemand hatte mit dieser Nachricht gerechnet. Kokert schlug den bisherigen parlamentarischen Geschäftsführer Torsten Renz (CDU) für seine Nachfolge vor. Diese Frage stelle sich derzeit jedoch nicht, sagte der sichtlich betroffene Torsten Renz. Die vollständige Rücktrittserklärung Kokerts im Wortlaut können Sie hier nachlesen.

Ein neuer Job ist bereits gefunden

Auch einen neuen Job hat Kokert bereits: Der gelernte Kfz-Mechaniker und Verwaltungsbetriebswirt will ab März als Betriebsleiter bei den Stadtwerken Neustrelitz tätig werden und sich bei dem städtischen Eigenbetrieb insbesondere um die Digitalisierung kümmern. Der gebürtige Neustrelitzer lebt mit seiner Familie nahe Neustrelitz. Er hat in der Stadt auch seine politische Karriere begonnen.

+++ Update: Lesen Sie hier erste Reaktionen auf den überraschenden Rücktritt von Vincent Kokert. +++

Kokert, der mit seiner Familie in der Nähe von Neustrelitz lebt, gilt bislang als unangefochtene Nummer Eins in der CDU Mecklenburg-Vorpommern. Er war erst im Dezember mit mehr als 90 Prozent der Stimmen als Parteivorsitzender wiedergewählt worden. Auch in der Landtagsfraktion stand er unangefochten an der Spitze.Erst vor zwei Wochen war zudem eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Ostsee-Zeitung bekannt geworden, nach der die CDU erstmals seit vielen Jahren wieder stärkste Kraft im Land werden könnte. Kokert hätte demnach durchaus Chancen aufs Ministerpräsidenten-Amt nach der Landtagswahl 2021 gehabt.

Video: Statement Torsten Renz

[Video]
zur Homepage