Lars Kaderali berät die Landes- und Bundespolitik zum Thema Corona. Mit den aktuellen politischen Entscheidungen ist er a
Lars Kaderali berät die Landes- und Bundespolitik zum Thema Corona. Mit den aktuellen politischen Entscheidungen ist er aber unzufrieden. Jens Büttner
Infektionen

MV-Experte Kaderali rechnet mit neuem Corona-Lockdown

Weniger Masken, weniger Tests, weniger Regeln – führen die Corona-Lockerungen in einen neuen Lockdown? Das befürchtet Lars Kaderali, der für MV im Corona-Expertenrat sitzt.
Greifswald

Der Corona-Berater der Landesregierung, Prof. Lars Kaderali, rechnet mit einem erneuten Lockdown für Deutschland im kommenden Herbst. Kaderali zählt seit Beginn der Pandemie zu den wichtigsten wissenschaftlichen Beratern der Landesregierung und wurde im vergangenen Jahr auch in den damals neu gegründeten bundesweiten Corona-Expertenrat berufen.

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Kritik an der Corona-Politik

Im Rahmen eines Vortrags am Greifswalder Alfried Krupp Wissenschaftskolleg am Mittwochabend äußerte er sich kritisch zur aktuellen Corona-Politik. Es sei davon auszugehen, dass im Herbst der nächste Lockdown bevorstehen könnte, so Kaderali. Der Bioinformatiker zählt zu den wissenschaftlichen Modellierern, die anhand von Daten wie Infektionszahlen, Virusausbreitung und Krankenhausbelegungen Prognosen für den weiteren Pandemieverlauf erstellen.

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Lockerungen kämen zu früh

Die Menschen, so Kaderali, würden denken, Corona sei vorbei. Dies sei ein Trugschluss. Lockerungen kämen zu früh und zu weitreichend. Man dürfe sich nicht auf kurzzeitigen Erfolgen ausruhen, sondern müsse vor allem in der Impfquote weiterkommen, so Kaderali. Auch eine jetzige Infektion mit der Omikronvariante, die vor allem auch in MV grassiert, schütze nicht vor einer erneuten Infektion im Herbst, mit einer vielleicht aggressiveren Variante. Man müsse also alles darauf setzen, so viele Menschen wie möglich zu impfen, um nicht in einen erneuten Herbstlockdown zu rutschen, so der Universitätsprofessor.

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Kommentare (1)

Dass im nächsten Herbst Viren wieder aktiver werden, liegt in der Natur der Sache. Bekannt auch ohne computerbasierte Modellspiele vor 2020. Wie sahen die Computermodellierungen und Krankenhausbelegungen vor 2020 bei der tödlichen Influenza aus? Es gab weder Modellierungen noch öffentliches und politisches Interesse? Ach so. Der Tipp mit viel impfen, war schon bei Grippe nicht zielführend, weil man vor dem kommenden Herbst würfeln und knobeln musste, welche Grippeviren vllt. aktiv werden und entsprechend Impfe bestellen. Die Coronaimpfe von 2021 wirke ein Jahr später genauso gut bei neuen Virenvarianten - sorry, die Inzidenzen über 3000 sprechen komplett dagegen. Und Omikron ist ungefährlicher als Delta hat dann die gesunde Logik endgültig siegen lassen. Dass jetzt noch für Impfung für was, was man nicht weiß, ob es wirkt, trommelt, ist schlechtgemachte Musik.