GROßE HERAUSFORDERUNG

MV-Feuerwehren bereiten sich auf Waldbrände im Hochsommer vor

Nach den riesigen Waldbrände des vergangenen Jahres wurden erste Maßnahmen angeschoben. Fehlende Waldschneisen, zu wenig Löschwasser oder Munitionsbelastung sind aber weiter sehr problematisch.
dpa
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen großflächigen Waldbrand (Arc
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen großflächigen Waldbrand (Archivbild). Jens Büttner
Wegen des Brands auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern mussten Hunderte Mensc
Wegen des Brands auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern mussten Hunderte Menschen ihre Wohnungen verlassen (Archivbild). Bundeswehr
Bei dem Wald auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen kamen auch Hubschrauber zum Einatz (Archivbild).
Bei dem Wald auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen kamen auch Hubschrauber zum Einatz (Archivbild). Jens Büttner
Rostock.

Nach den Dürresommern der zwei vergangenen Jahre gibt es nach Auffassung von Feuerwehrleuten an vielen Stellen spürbare Verbesserung. Aber es werde noch Jahre dauern, bis die meisten Defizite ausgeräumt seien, sagte beispielsweise der Chef des Kreisfeuerwehrverbands Ludwigslust-Parchim, Uwe Pulss.

Sein Kreis war mit dem Großfeuer auf dem früheren Truppenübungsplatz bei Lübtheen einer der Haupteinsatzorte im vergangenen Jahr. Das Feuer hatte Hunderte Feuerwehrleute über viele Tage hinweg in Atem gehalten hat.

Auch die starke Munitionsbelastung im Waldboden hatte die Kameraden bei der Brandbekämpfung erheblich eingeschränkt. Es sei nun im Bereich des Übungsplatzes begonnen worden, die Flächen in einem Radius von 1000 Metern um die Dörfer zu beräumen. „Dann müssen wir nicht mehr evakuieren”, sagte Pulss. Es sei verstanden worden, dass es dort dringend etwas passieren musste.

Hochgradig belastete Waldflächen

Nach Erkenntnissen des Munitionsbergungsdienstes gelten rund 28.400 Hektar Waldfläche als hochgradig belastet. Im Durchschnitt koste die Beräumung eines Hektars Wald 10.000 bis 15.000 Euro.

„Die Brände haben bei einigen Entscheidungsträgern viele Sinne geschärft”, sagte Pulss. Notwendige Veränderungen seien angeschoben worden. Dazu gehöre das 50-Millionen-Euro-Landesprogramm zur Beschaffung von Material und Fahrzeugen. Die Kommunen können beim Kauf von Einsatzfahrzeugen auf bis zu 90 Prozent Landeszuschuss hoffen. „Aber in diesem Jahr müssen wir noch mit den gleichen Mitteln wie im letzten Jahr arbeiten”, sagte Pulss.

Wegen Corona-Krise kaum Möglichkeit zur Ausbildung

Wie der Chef des Landesfeuerwehrverbands, Hannes Möller, sagte, gibt es aktuell rund 25.000 Einsatzkräfte im Land. Er registriert wie die Verantwortlichen in den Kreisen ein anhaltendes Interesse an der Arbeit in den Wehren. Bedauerlich sei, dass es wegen der Corona-Krise kaum Möglichkeit zur Ausbildung bestanden habe.

Mehr lesen: Waldbrand von Lübtheen wohl durch Munition verursacht.

Allerdings gebe es die Herausforderung, dass die Kameraden tagsüber auf Arbeit sind und dann im Alarmfall lange Anfahrtswege haben. Mit lokal abgestimmten Alarmketten werde versucht, das Problem in den Griff zu bekommen. Noch sei aber nichts abgebrannt, was hätte gerettet werden können, wenn mehr Einsatzkräfte zur Verfügung gestanden hätten, betonte Möller.

Gemeinden bereiten sich vor

Der Wehrführer des Kreises Rostock, Mayk Tessin, registriert nach den zwei Dürresommern eine erhöhte Anspannung unter seinen Leuten. In den Gemeinden mit vielen Waldflächen gebe es mehr operativ-taktische Schulungen. „Uns macht zu schaffen, dass es zu wenig Löschwasser gibt.” Das müssten die Waldeigentümer lösen. Sie könnten beispielsweise Zisternen bauen oder Teiche künstlich anlegen.

Ein Problem, das alle Wehren im Land betrifft, seien die fehlenden Schneisen in den Wäldern, sagte Tessin. Im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen seien diese zugewachsen. Ohne Waldschneisen gebe es weniger Chancen zur Bekämpfung von Bränden.

Bauern sollten Streifen zum Wald frei lassen

Auch der Kreiswehrführer von Vorpommern-Rügen, Kay Mittelbach, kennt das Schneisenproblem aus dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Dort werde der Wald nicht mehr geräumt. „Beim Brand oder auch zur Personenrettung muss man da reinfahren können”, machte er deutlich.

Mittelbach appellierte gleichzeitig an die Bauern, ihren Teil zum Schutz der Wälder beizutragen. Sie sollten einen zehn Meter breiten Streifen vom Acker zum Wald hin nicht bepflanzen. Bei vielen Waldbränden der Vergangenheit sei dies eine der Ursachen gewesen.

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Kommentare (1)

Na dann kann doch wohl nichts schiefgehen, oder?