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MV gibt eine Milliarde Euro für Online-Shopping aus

Wenige Klicks bei Amazon vom heimischen Sofa und ruckzuck ist der Einkauf erledigt. Allerdings bleibt das in MV beliebte Online-Shopping nicht folgenlos.
Wie kann verhindert werden, dass die Innenstädte in MV weiter ausbluten? Die Landesregierung hat dazu eine große St
Wie kann verhindert werden, dass die Innenstädte in MV weiter ausbluten? Die Landesregierung hat dazu eine große Studie in Auftrag gegeben. Symbolbild / Bernd Wüstneck
Schwerin.

Der traditionelle Einzelhandel steht durch zunehmende Online-Konkurrenz mächtig unter Druck. Damit die Innenstädte in MV nicht zunehmend ausbluten und sich das Geschäft der Einzelhändler komplett ins Internet verabschiedet, hat die Landesregierung reagiert.

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Ziel ist es, mit Vertretern des Handels und der Kommunen Strategien zu entwickeln, mit denen der stationäre Einzelhandel als Kern lebendiger und zukunftsfähiger Innenstädte erhalten werden kann. Das auch für Digitalisierung zuständige Infrastrukturministerium in Schwerin hat daher eine Studie zu den Auswirkungen im Land in Auftrag gegeben.

Auswirkungen der Corona-Krise

Als zusätzliche Belastung für den stationären Einzelhandel hat sich auch die Corona-Krise erwiesen. Infolge der Pandemie mit zeitweiligen Ladenschließungen und fortwährender Maskenpflicht beim Einkauf hatten viele Kunden dem Einzelhandel den Rücken gekehrt – und dem Online-Handel zusätzlichen Auftrieb verschafft.

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Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes legten in der ersten Jahreshälfte die realen Umsätze beim Kauf über das Internet bundesweit um 16 Prozent zu. Herbe Verluste verzeichneten hingegen Einzelhändler mit Textilien, Schuhen und Schmuck mit Umsatzrückgängen von weit mehr als 20 Prozent. Diese Sortimente werden besonders in den Innenstädten angeboten.

Hauptbestandteil der Studie ist eine detaillierte, repräsentative Befragung von 4.215 Kunden in MV im Sommer 2018 zu ihrem on- und offline Kaufverhalten. Diese hat unter anderem ergeben, dass etwas mehr als 90 Prozent der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft der Bevölkerung des Landes in den stationären Laden fließen.

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Seltener zum Einkaufen in die Innenstädte

„Das spricht zunächst für ein gutes Einzelhandelsangebot und für eine hohe Zufriedenheit der Bevölkerung mit diesem. Das heißt aber auch, dass die Menschen im Nordosten gut eine Milliarde Euro jährlich für Online-Shopping ausgeben, Tendenz steigend“, fasste Pegel kurz zusammen.

Die detaillierten Ergebnisse der Studie stellte Michael Reink vom Handelsverband Deutschland vor. „Das meiste Geld wird online in den Branchen ausgegeben, die für den Einzelhandel in den Innenstädten eine tragende Bedeutung haben: Bücher und Medien, Kleidung, Sport- und Freizeitartikel und Elektronik wie Computer, Fernseher, Handys”, sagte der Bereichsleiter Standort- und Verkehrspolitik im Handelsverband Deutschland.

Die Folge: „Es fließt weniger Geld in die Innenstädte. Knapp 40 Prozent der Befragten sagten, dass sie dank Online-Shopping seltener in die Innenstädte fahren”, so Reink.

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