NIE WIEDER LÜBTHEEN

MV gibt Millionen für den Schutz vor Waldbränden

Trockenheit, Hitze, Kriegsmunition: Das waren die Ursachen für den größten Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Fast ein Jahr danach hat die Landesregierung Konsequenzen gezogen.
Im Sommer 2019 brannte der Wald bei Lübtheen. Es war der größte Waldbrand der Geschichte MVs.
Im Sommer 2019 brannte der Wald bei Lübtheen. Es war der größte Waldbrand der Geschichte MVs. Jens Büttner
Die Bundeswehr half unter anderem mit Hubschraubern.
Die Bundeswehr half unter anderem mit Hubschraubern. Jens Büttner
Der Rauch war weithin zu sehen.
Der Rauch war weithin zu sehen. Jens Büttner
Schwerin.

Eine dreistellige Millionsumme investieren Mecklenburg-Vorpommern und der Bund in den nächsten Jahren in ein neues Konzept zum Schutz vor Waldbränden. Auslöser der Großinvestition war der verheerende Brand im vergangenen Sommer in den Wäldern um Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) gewesen. Dort hatten drei Wochen lang fast 1000 Hektar Wald gebrannt. Erst mit massiver Unterstützung anderer Bundesländer und der Bundeswehr war es den rund 3000 Helfern in einem dramatischen Einsatz gelungen, das Flammenmeer zu kontrollieren. Zwischenzeitlich mussten ganze Ortschaften evakuiert werden.

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Wenige Wochen nach dem Katastrophenfall hatte die Landesregierung eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um gerade in mit Kampfmitteln und Kriegsmunition belasteten Wäldern ein solches Horrorszenario künftig zu verhindern. In Mecklenburg-Vorpommern sind etwa 60.000 Hektar Waldfläche mit Kampfmitteln belastet.

„Wir geben deutlich mehr Geld für die Waldbrandprävention aus. Die Zugänge in die mit alter Munition belasteten Wälder werden deutlich erleichtert. Und wir verbessern die Ausstattung unserer Feuerwehren. Damit lösen wir unsere Zusagen aus dem vergangenen Jahr ein”, betonte gestern Heiko Geue, Chef der Staatskanzlei in Schwerin.

Waldbrände sollen schneller erkannt werden

Konkret sollen im Bereich des Landwirtschaftsministeriums die Ausgaben für präventive Waldschutzmaßnahmen, zum Beispiel für den Rettungswegebau, von 960.000 Euro im Jahr 2018 auf 3,24 Millionen Euro im Jahr 2021 aufgestockt werden. „Da es bei der Waldbrandprävention auch darum geht, Waldbrände schnell zu erkennen und zu verorten, plant das Land weitere zusätzliche Kamerastandorte. Die erforderlichen Gelder sollen aus EU-Mitteln bereitgestellt”, kündigte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) an.

Insgesamt waren laut Caffier im Jahr 2019 Aufträge zur Kampfmittelberäumung für die nächsten Jahre in Höhe von 3,6 Millionen Euro vergeben worden. Zusätzlich erhält Mecklenburg-Vorpommern auf Grundlage einer Kooperationsvereinbarung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für Erkundung und Räumung von Kampfmitteln insgesamt 146 Millionen Euro, davon 27 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre. Darüber hinaus werden zwei Hochleistungspumpen inklusive Schlauchleitungen für rund 2 Millionen Euro angeschafft, um Wasser an die Brandstellen zuzuführen. Auch in moderne Feuerwehrautos und Drohnen wird investiert.

Caffier machte deutlich, dass bei all diesen Investitionen „die Aufwendungen für die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern noch gar nicht berücksichtigt sind. Auch an der Landesschule in Malchow sollen Schulungsmaßnahmen mit den Schwerpunkten Waldbrandschutz und Waldbrandbekämpfung angeboten werden”.

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Kommentare (2)

haben jahrelang die Feuerwehren im Land vernachlässigt, Nun werden die Millionen aus dem Steuerhut gezaubert.

Was kommt als Nächstes? Nie wieder Rügen?