Wer macht schon gerne Mathe? In Mecklenburg-Vorpommern soll die mangelnde Lust digital bekämpft werden.
Wer macht schon gerne Mathe? In Mecklenburg-Vorpommern soll die mangelnde Lust digital bekämpft werden. Roland Holschneider
Digitale Landesschule

MV hat seit Generationen ein Mathe-Problem

Im Oktober 2020 hatte die damalige Bildungsministerin Bettina Martin angekündigt, eine digitale Landesschule in MV einzurichten – jetzt ist es soweit. Das hat einen konkreten Anlass.
Schwerin

Premiere in Mecklenburg-Vorpommern: Die digitale Landesschule startet – und will zunächst ein Defizit bekämpfen, das den Nordosten in Kitas, Grundschule und Gymnasium seit Jahrzehnten belastet. „Wir haben seit Generationen ein Mathe-Problem”, teilte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) am Montagmittag in einer Pressekonferenz mit.

Die mathematischen Kompetenzen würden sich während der gesamten Schulphase auf niedrigem Niveau bewegen. Die Lücken, die bereits im Kindergarten entstünden, würden über Jahre mitgenommen und sei in der Vergangenheit bis zum Abitur nicht kompensiert, sagte Oldenburg. Beim Abi in Mathematik sei ein Notenschnitt von 3,5 registriert worden – deutlich schlechter als beispielsweise in Deutsch oder Englisch.

Mathematisches Trainingslager in digitaler Landesschule

Deshalb will das Bildungsministerium jetzt gegensteuern. Zunächst soll es zum Start der digitalen Landesschule einen speziellen E-Learning-Kurs für angehende Mathe-Abiturienten geben. Auf Basis der Lernplattform „Its learning” können sich die Schüler in einem Selbststudium sozusagen in ein mathematisches Trainingslager begeben. Und das heißt es laut Ministerin "üben, üben, üben”.

„Der E-Learning-Kurs ist das erste inhaltliche Modul der allgemein bildenden Digitalen Landesschule und zeigt exemplarisch, wie diese Schule ohne eigenes Schulhaus funktionieren wird. Bis 2026 sollen Schritt für Schritt weitere Angebote aufgelegt und landesweit zur Verfügung stehen”, kündigte Oldenburg an. „Beim Mathematik-Abiturtraining gibt es neben Selbstlern-Tools wie Erklärvideos auch ein LiveOnline-Angebot, bei dem eine Lehrkraft Aufgaben erklärt und löst. Die Schülerinnen und Schüler können direkt Fragen stellen. Digitale Medien sind wichtige Hilfsmittel, sie sollen den persönlichen Kontakt aber nicht vollständig ersetzen”, betonte die Ministerin.

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Auch andere Bundesländer verrechnen sich

Gleichzeitig lässt die Bildungsministerin von ihren pädagogischen Experten die „Diagnostik des Lernens in Mathe” analysieren – darauf aufbauend soll es dann weitere Verbesserungen geben. Parallel zur digitalen Landesschule soll das Fach Mathematik durch eine bessere Ausnutzung der vorhandenen Stundenzahl in den Schulen aufgewertet werden. In dem Zusammenhang machte Oldenburg deutlich, dass Mecklenburg-Vorpommern mit dem Mathe-Problem nicht alleine dastehe. Auch andere Bundesländer hätten Schwierigkeiten mit der Mathe-Kompetenz.

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