SONDERKREDIT

MV hilft Flughafen Rostock-Laage mit Millionen-Darlehen

Mit neuen Flugverbindungen will sich der nach den Airline-Pleiten angeschlagene Flughafen Rostock-Laage wieder aufrappeln. Auch das Land gibt zusätzliches Geld.
dpa
Der Flughafen Rostock-Laage versucht, nach der Pleite von zwei Airlines wieder auf einen guten Weg zu kommen (Archivbild).
Der Flughafen Rostock-Laage versucht, nach der Pleite von zwei Airlines wieder auf einen guten Weg zu kommen (Archivbild). Bernd Wüstneck
Rostock.

Das Land hilft dem angeschlagenen Flughafen Rostock-Laage mit zusätzlichen 1,4 Millionen Euro. Das Darlehen sei zur Deckung des akuten Finanzbedarfs gedacht, der durch die Pleiten der Airlines Germania und Flybmi entstanden ist, teilte das Infrastrukturministerium am Mittwoch in Schwerin mit. Dies erfordere mehr Unterstützung von allen Beteiligten, sagte die Staatssekretärin des Verkehrsministeriums, Ina-Maria Ulbrich.

Bedingung für den Kredit zu marktüblichen Konditionen sei jedoch, dass die restlichen Gesellschafter des Flughafens – die Hansestadt und der Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage – ihre Zuschüsse von jährlich 1,8 Millionen Euro auch in den kommenden Jahren erbringen, hieß es. Auch den Eigenanteil für nötige Investitionen sollen sie bezahlen. Insgesamt erhielt der Flughafen von den drei Gesellschaftern und dem Land bislang jährlich 2,8 Millionen Euro.

Antalya, Palma de Mallorca und Hurghada

Flughafen-Chefin Dörthe Hausmann sieht den Airport wieder auf einem guten Weg. „Wir haben mit Antalya, Palma de Mallorca und Hurghada 50 Prozent der Kapazitäten der bisherigen Sommerflüge ersetzt”, sagte Hausmann am Mittwoch am Rande der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin.

Darüber hinaus stehe sie in guten Gesprächen mit drei Fluggesellschaften über die Wiederaufnahme der München-Flüge. Diese Strecke war zuvor zwei Mal täglich von der britischen Gesellschaft Flybmi bedient worden. „Ich glaube, die können wir in diesem Jahr noch ersetzen”, sagte Hausmann.

Ende der Kurzarbeit in Sicht?

Zudem werde künftig die spanische Fluggesellschaft Level, die mit in das Kreuzfahrtgeschäft eingebunden ist, freitags auf der Strecke zwischen Wien und Rostock-Laage fliegen. 60 Plätze stünden dann zur Verfügung.

Hausmann rechnet damit, dass mit der Aufnahme des saisonalen Kreuzfahrtgeschäfts Ende Mai die Mitarbeiter, die aktuell in Kurzarbeit sind, wieder arbeiten können. Mit der Kurzarbeit sei gegen die auftretenden Verluste gegengesteuert worden. „Aber es wird natürlich kein ausgeglichenes Ergebnis dieses Jahr”, betonte die Flughafen-Chefin.

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Kommentare (4)

Unsere Hoheit brauche denn Flughafen ja egal ob das Teil sich rechnet oder nicht. Das Geld kann man aber auch in eine Schnelle Anbindung an die Flughäfen in Hamburg oder Berlin nutzen. Aber auf sowas kommen ja die Landesfürsten nicht. Und unsere Kommunalgockel wie in NB der Oberbürgermeister Witt, machen auch noch mit um ihre noch kleineren Provinz Pisten. Nur damit der Chef vom Sebastian Mal schnell weg kann darf der Steuerzahler blechen.

Vor kurzem sah ich einen Bericht, zum Thema Bahnanbindung im westl. Mecklenburg. Im Speziellen ging es um einen Lehrling, der von Rehna nach Lübeck jeden Tag mit der Bahn einige Stunden zum Arbeitgeber benötigt, weil die Zuganbindung unter aller Kanone ist. Auch wurde über die weggefallende Bahnstrecke zw. Malchow und Waren berichtet. Busse werden eingesetzt und es dauert ewig bis man da ankommt. Fazit der Sendung: der öffentl. Nahverkehr wird in MV sträflichst vernachlässigt.
Wenn ich nun höre, wo die Landesregierung Geld reinbuttert, kommt mir die blanke Wut hoch!
Für ein paar tausend Reisende, die auch gerne woanders abheben können, findet man Lösungen. Der öffentliche Nahverkehr, den eine Vielzahl im Flächenland benötigen, fällt hinten runter. Die Verantworlichen dieser himmelschreiende Ungerechtigkeit gehören sofort abgesetzt und entlassen!
Aber mit einer Bimmelbahn kann man sich nicht so schön in Pose setzen, wie man es mit der Rettung eines ach so tollen Flughafen kann. Politdarsteller allerorten!

Hab ich auch und genau so gesehen. Diesen Volksvertretern muss das Handwerk gelegt werden.
Dichtmachen Laage, militärisch als auch zivil.
Wer fliegen will soll gefälligst den BER benutzen. Lach .
Na ,ich eben, auf ihre Antwort bin ich gespannt.

Mh, mein Vorkommentator haut in die gleiche Kerbe mit Trollenhagen. Zirchow-Heringsdorf ist genau so ein Groschengrab. Alles zumachen, was uns hier nicht weiterbringt und Politiker gesichte werden, die irgendwo mit dem Fördercheck wedeln und sich in Szene setzen!
Solange die Grundbedürfnisse, sagen wir mal die Dinge zur Daseinvorsorge nicht gesichert sind, braucht kein Mensch den Luxus von bspw. Kleinstflughäfen. Nicht nur Kleinstflughäfen, andere dekadente Förderprojekte fallen mir zuhauf ein.
Militärisch zumachen; weiß ich nicht. Ist vielleicht doch eher ein Standortvorteil, wirtschaftlich und vor allem wegen dem bösen Russ ;)