CORONA-KRISE

Hotels und Campingplätze in MV dürfen volle Kapazität anbieten

Mit großen Lockerungen geht Mecklenburg-Vorpommern in die nächste Phase des MV-Plans. Ministerpräsidentin Schwesig hatte gute Nachrichten für den Tourismus parat.
Aus der Reha zurück im politischen Geschäft: Manuela Schwesig leitete am Dienstag nach mehrwöchiger Pause erstmals wieder die Kabinettsrunde.
Aus der Reha zurück im politischen Geschäft: Manuela Schwesig leitete am Dienstag nach mehrwöchiger Pause erstmals wieder die Kabinettsrunde. ZVG
Aus der Reha zurück im politischen Geschäft: Manuela Schwesig leitete am Dienstag nach mehrwöchiger Pause erstm
Aus der Reha zurück im politischen Geschäft: Manuela Schwesig leitete am Dienstag nach mehrwöchiger Pause erstmals wieder die Kabinettsrunde. Jens Büttner
Schwerin.

Der geringe Zuwachs an neuen Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern lässt weitere Lockerungen im Alltag und im Gastgewerbe zu. Darauf hat sich die Landesregierung am Dienstag in einer Kabinettsklausur gemeinsam mit Vertretern von Gewerkschaften, von Wirtschafts- und Kommunalverbänden sowie Medizinexperten geeinigt. Die Kabinettssitzung war die erste, die von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach einer dreiwöchigen Reha-Maßnahme im Anschluss an eine erfolgreiche Krebstherapie geleitet wurde.

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Grundlage der Beratungen war der sogenannte „MV-Plan”, in dem alle Phasen der Verhaltenslockerungen aufgelistet sind. In den vergangenen Tagen waren in Mecklenburg-Vorpommern mehrfach keine Corona-Neuinfektion registriert worden. Das Ende des Urlauber-Stopps vor zwei Wochen hat die Erkrankungszahlen nicht nach oben schnellen lassen – sie bleiben weiter niedrig. Vertreter der Landesregierung – zuletzt Innenminister Lorenz Caffier (CDU) – hatten wiederholt erklärt, bei einem geringen Infektionsgeschehen seien Lockerungen die logische Folge.

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Hotels dürfen wieder komplett öffnen

Und die sehen unter anderem vor, dass Hotels, Campingplätze und andere Beherbergungsbetriebe ab dem kommenden Montag (15. Juni) wieder zu 100 Prozent ihre Bettenkapazitäten auslasten dürfen. Zudem sollen Wellness- und Saunabereiche wieder öffnen. Kneipen und Restaurant dürfen mit entsprechenden Abstandsregeln wieder bis Mitternacht Gäste bedienen. Noch keine Öffnungen gibt es für Tagestouristen und internationale Gäste.

Bisher durften die Hotels nur 60 Prozent ihrer Betten vermieten. Viele waren damit nicht zufrieden, einige Hotels traten sogar aus dem Arbeitgeberverband Dehoga aus. Klagen gegen die 60-Prozent-Regelung scheiterten aber vor dem Oberverwaltungsgericht Greifswald. Der Tourismus ist wichtig für Mecklenburg-Vorpommern. Jeder fünfte Arbeitsplatz hängt davon ab.

 

Erleichterungen gibt es auch für Eltern, die ihre Kinder in den Sommerferien in Horten betreuen lassen wollen. Sechs Stunden pro Tag sollen angeboten werden. Eltern, die aus berechtigten Gründen zehn Stunden Betreuung benötigen, können dies beantragen. Die zusätzlichen Kosten übernimmt das Land, sagte Schwesig. Mehr dazu lesen in dem Artikel "Ferienbetreuung im Hort für alle Kinder aus MV möglich".

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Sportliche Wettkämpfe wieder erlaubt

Auch im Freizeit- und Kulturbereich gibt es eine weitere Normalisierung. „Kleine, feine Konzerte sind ab dem nächsten Wochenende wieder möglich”, so die Ministerpräsidentin. Die Theater und Konzerthäuser dürfen wieder öffnen. Im Sport sind kontaktlose Wettkämpfe, beispielsweise Tischtennis, wieder möglich. Geöffnet werden auch Hallen- und Spaßbäder sowie Freizeitparks und Spielhallen Geschlossen bleiben aber Diskos und Klubs.

Im Innenraum darf mit bis zu 100 Personen gefeiert werden, im Außenbereich dürfen dies bis zu 300 Personen tun. Für Familienfeiern wurde die Höchstzahl der Teilnehmer von 30 auf 50 Personen erhöht.

Am 30. Juni wird das Kabinett erneut tagen und über dann eventuell weitere Lockerungen beraten. Trotz der jetzt geltenden Erleichterungen, warnte Schwesig davor, das Coronavirus auf die leichte Schulter zu nehmen. „Das Coronavirus bleibt gefährlich”, warnte Schwesig.

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Auch am Montag hatte das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock keine weiteren Fälle gemeldet. Damit blieb die Zahl der landesweit registrierten Infektionen bei 774. 732 der Infizierten gelten – ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer – als genesen, 20 Bürger in MV sind in den vergangenen Monaten in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben.

Dieser Artikel wurde am Dienstag, 9. Juni, mehrfach aktualisiert.

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Kommentare (4)

Ich habe da mal eine Frage an die Landesregierung. Wann können wir wieder vernünftig einkaufen gehen?
Schwesig oder Caffier bitte antworten.

Maske auf und ab geht's. Vorhanden ist auch wieder alles. Vernünftiges einkaufen also durchaus möglich.
Um deinen Informationsbedarf zu stillen, könntest du allerdings eine Anfrage ans Ministerium stellen, wann es abzusehen ist, dass die Maskenpflicht gelockert wird. Ich glaube kaum, dass das Ministerium hier nur darauf wartet, dass du in der NK Kommentarspalte deine Fragen stellst.
Kalle

Wer am lautesten meckert und droht dem wird stattgegeben. Busunternehmer mit Tagesfahrten wollen in diesem Land aber auch überleben Frau Königin Schwesig. Hier ist mehr Kontrolle möglich als in anderen Freizeitbespassungen! Aber soweit reicht der geistige Horizont der Oberen nicht mehr...

Immer noch kursiert der Begriff Dunkelziffer. Die nichtregistrierten Infizierten durchseuchten die Bewohner MVs zu einem großen Prozentsatz erfolgreich. Wer an den zu spät verordneten Mummenschanz im Gesicht als die nennenswerte Abwehr gegen Infizierung glaubt, muss von Virologie keine Ahnung haben, inklusive Virologen. Wie soll die zweite Welle weniger infizierend werden, wenn der Mundnasenschutz in der ersten Welle erfolgreich Infizierung abwehrte und weniger Durchseuchung stattfand? Solch Fragen werden heute nicht beantwortet, weil man anscheinend ausgeht, die zweite, dritte usw. Welle werden kommen, unabhängig vom Impfschutz. Ist ein Impfstoff verfügbar, verschwindet Cov2 aus dem Infektionsschutzgesetz und es sterben weiter - wie bei Grippe - tausende Deutsche pro Jahr am Corona-Virus.