Grünen-Politikerin

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MV liegt beim Klimaschutz im Tiefschlaf

«Wir müssen jetzt anfangen, etwas zu gestalten, um die Auswirkungen der Klimakrise in den Griff zu bekommen», so die Co-Vorsitzende der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern, Claudia Schulz.
„Wir müssen jetzt anfangen, etwas zu gestalten, um die Auswirkungen der Klimakrise in den Griff zu bekommen”, so die Co-Vorsitzende der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern, Claudia Schulz.
Arno Burgi

Der Hitze- und Dürresommer zeigt nach Ansicht der Grünen, dass MV beim Klimawandel nicht ungeschoren davonkommt. Die Landesregierung tue viel zu wenig für den Klimaschutz.

Mecklenburg-Vorpommern liegt nach Ansicht der grünen Co-Landesvorsitzenden Claudia Schulz beim Kampf gegen den Klimawandel im Tiefschlaf. „Die Landesregierung lässt klare und ehrgeizige Ziele vermissen”, sagte Schulz der dpa. So gebe es im Gegensatz zu anderen Bundesländern landesweit keine ständigen Überprüfungen von Veränderungen, die durch den Klimawandel hervorgerufen wurden.

Die Landesregierung dürfe nicht den Fehler machen, nur nach Berlin zu schauen und zu warten, bis sich etwas tut. „Wir müssen jetzt anfangen, etwas zu gestalten, um die Auswirkungen der Klimakrise in den Griff zu bekommen.” Dazu gehöre die weitere Umstellung der Energieversorgung ebenso wie der Ausbau der Elektromobilität oder die Stärkung der ökologischen Landwirtschaft.

Wetter-Extreme nehmen zu

Dieser Sommer mit den mehrere Wochen langen Trockenperioden sei das sichere Indiz dafür, dass die Klimaveränderung hier angekommen sei. Auch die Dürre sei kein Einzelereignis. Schulz verwies auf den langen Frost im Frühjahr und den Dauerregen im Sommer 2017, den Tornado 2015 in Bützow oder auch den Sandsturm im April 2011 mit der folgenden Massenkarambolage mit acht Toten. „Die Extreme nehmen zu.” Sie zitierte Klimaforscher, wonach die Lage viel dramatischer ist als zunächst vermutet.

Schulz bedauerte, dass es im Nordosten im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern kein eigenes Klimaschutzgesetz gibt. So hätten Vorhaben im Land oft nur Modellcharakter, ein systematisches Vorgehen sei so nicht zu erwarten. Nach Meinung der Grünen ist es dringend notwendig, den Ausstoß von Treibhausgasen pro Kopf der Bevölkerung in MV bis zum Jahr 2050 auf eine Tonne pro Jahr zu begrenzen. Einer Statistik der Agentur für Erneuerbare Energien zufolge lag 2014 der Ausstoß im Land noch bei 9,5 Tonnen pro Kopf.

Schulz: Solarenergie weit hinter ihren Möglichkeiten

Dabei sei es ohne weiteres möglich, den Ausstoß rasch zu reduzieren. Die Solarenergie sei weit hinter ihren Möglichkeiten, eine Verdreifachung wäre problemlos möglich. Schulz kritisierte, dass es kein sogenanntes Solardachkataster gibt. Dabei würde landesweit nach Dächern geschaut, bei denen der Bau einer Solaranlage sinnvoll ist.

„Klar ist auch, dass das Rostocker Steinkohlekraftwerk abgeschaltet werden muss.” Zur notwendigen Speicherung von Energie aus Windkraft-, Solar- und Biogasanlagen müssten deutlich mehr Batteriespeicher gebaut werden, forderte Schulz. Dies würde in einem weiteren Schritt den Ausbau der Elektromobilität forcieren.

Kommentare (1)

Extrem zugenommen haben tägliche Extremwettermeldungen, die keine sind. Mittlerweile überschlagen sich Wetter-Apps und Online-Angebote damit, jeden Regentropfen, jeden Windhauch, jeden Sonnenstrahl, jede Schneeflocke und Frost mit einem Ausrufezeichen für Warnmeldung zu deklarieren. Hat der Landstrich einen superschönen Sommer wird daraus "viel zu trocken" oder "zu heiss". Hat der Landstrich einen durchwachsenen Sommer mit mehreren Wetteränderungen wird daraus ein "unbeständiges Wetter" und Zeichen eines Klimawandels. Einen Sandsturm der Größe von April 2011 an der A19 sucht man in MV vor bzw. nach diesem Datum vergeblich. Heutzutage ist Wetter ein milliardenschweres Geschäft, wo die Konkurrenz hart ist und unsereins mittlerweile glaubt, ein sonniger Sommer oder Schnee und Eis im Winter müssen Katastrophen sein. Grundsätzlich glaube ich, dass es voraussichtlich die nächsten 50 Jahre im Jahresmittel wärmer wird. Insbesondere auch, weil die propagierten Windkraftanlagen flächendeckend sich selbst entzünden und kontrolliert unter Beobachtung der Feuerwehr abbrennen (der NK berichtet darüber bereits heutzutage regelmäßig in MV).