LANDTAG

MV-Politiker diskutieren auf Platt über Platt

Soll der Alltag in Mecklenburg-Vorpommern plattdeutscher werden? Darüber wurde am Donnerstag im Landtag heiß diskutiert – teilweise auf Plattdeutsch!
dpa
Der Alltag in MV soll plattdeutscher werden.
Der Alltag in MV soll plattdeutscher werden. Ulrich Perrey
Schwerin.

Nach einer emotionsgeladenen, zum Teil in Plattdeutsch geführten, Debatte im Schweriner Landtag stimmten die Abgeordneten am Donnerstag einem Antrag von SPD und CDU zu.

Plattdeutsche Ortsnamen

Darin wird die Landesregierung aufgefordert, zusammen mit den kommunalen und niederdeutschen Verbänden zu prüfen, ob auf Zusatzschildern am Ortseingang auf gebräuchliche niederdeutsche Ortsnamen hingewiesen werden kann. Die Linke sprach sich für eine unverzügliche Umsetzung des Vorschlags aus und enthielt sich in der Abstimmung.

Mehr Landtagsthemen: Polizei in MV nennt künftig immer Nationalitäten

Bevölkerung soll mehr Platt sprechen

Wie der SPD-Abgeordnete Philipp da Cunha sagte, können niederdeutsche Ortsbezeichnungen nicht zusätzlich auf gelben Ortseingangsschildern aufgebracht werden. Dies sei nur in den betroffenen deutschen Regionen auf sorbisch oder dänisch möglich, nicht aber auf niederdeutsch, da dies keine Amtssprache sei. Da Cunha regte zusätzliche Schilder an. Dies müsse aber landesweit einheitlich erfolgen. „Vielleicht steigern solche Schilder die Bereitschaft, sich wieder mehr mit dieser Sprache zu beschäftigen“, sagte da Cunha.

Nicht nur schnacken, auch machen

Agrarminister Till Backhaus (SPD) nannte den Vorstoß eine „goude Eidee“, mahnte aber auch im Interesse der Sprachpflege eine rasche Umsetzung an: „Nit nur snacken. Wi mütten mehr mocken“, sagte er. Die Förderung des Niederdeutschen ist in der Landesverfassung von Mecklenburg-Vorpommern niedergeschrieben.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

Kommende Events in Schwerin (Anzeige)

zur Homepage