Europaweiter Gedenktag

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MV-Politiker schlägt 9. Mai als Feiertag vor

Für Arne Gericke (Freie Wähler) ist der 9. Mai ein europaweiter Gedenktag.
Für Arne Gericke (Freie Wähler) ist der 9. Mai ein europaweiter Gedenktag.
Markus Kretzschmar

In MV gibt es im Bundesvergleich wenige Feiertage. Deswegen bringt ein Europaabgeordneter einen weiteren Tag ins Gespräch. Dabei ist diese Idee nicht neu.

In der Debatte um zusätzliche Feiertage in Norddeutschland hat der Europaabgeordnete Arne Gericke (Freie Wähler) aus Mecklenburg-Vorpommern den 9. Mai ins Gespräch gebracht. Dieses Datum sei seit 1985 offiziell europaweiter Gedenktag. Er erinnere an die „Pariser Rede” des französischen Außenministers Robert Schuman, der am 9. Mai 1950 erstmals die Idee einer europäischen Vereinigung entwickelt habe, teilte Gericke am Dienstag mit.

„Im Grunde der Moment, der an die mutige Idee Europa erinnert, an den europäischen Geist der Gründerväter – und die Überzeugung, dass es auf diesem Kontinent nie wieder blutige Kriege geben soll”, erklärte Gericke in einer Mitteilung. Gerade in einer Zeit, in der das System Europa in der Krise stecke, sei ein solcher Tag der Erinnerung besonders wichtig. Aktuell gebe es den freien 9. Mai nur im Kosovo.

Linke wollen 1. Juni als Feiertag

Als Sozialpolitiker habe er zwar auch Verständnis für den Vorschlag der Linken, den Internationalen Kindertag in Mecklenburg-Vorpommern zum offiziellen Feiertag zu machen. Doch sei dieser Tag „aus der Luft gegriffen”. In einem Gesetzentwurf, über den am Mittwoch der Landtag in Schwerin in zweiter Lesung abstimmt, schlägt die Oppositionspartei den Kindertag am 1. Juni als zusätzlichen arbeitsfreien Feiertag für Mecklenburg-Vorpommern vor.

Bei einer Konferenz im Februar hatten sich die Ministerpräsidenten der Nordländer darauf verständigt, den Reformationstag am 31. Oktober als zusätzlichen Feiertag anzustreben. Entscheiden darüber müssen die Landesparlamente. In Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Tag aber bereits arbeitsfrei. Damit hat der Nordosten 10 gesetzliche Feiertage, einen mehr als seine westlichen Nachbarn. Baden-Württemberg und das Saarland haben 12, Bayern 13 Feiertage.

Kommentare (1)

Man kann auch den 9.Mai "aus der Luft gegriffen" bezeichnen. Kein Mensch kennt Robert Schuman, kein Mensch kennt die Zusammenlegung der französischen und deutschen Kohle- und Stahlindustrie (Montanunion). Dass aus der Montanunion die EWG, EG und EU wurde ist historisch interessant, aber in der Öffentlichkeit so gut wie unbekannt. Unbekannte Daten und Ereignisse zu Feiertagen zu machen, halte ich nicht für förderlich, da sich niemand mit identifizieren kann.