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MV-Polizei laut Linken in erschreckendem Zustand

SPD und CDU wollen die Stellen um 150 aufstocken. Doch selbst dann hätte Mecklenburg-Vorpommern nicht genug Polizisten.
SPD und CDU wollen die Stellen um 150 aufstocken. Doch selbst dann hätte Mecklenburg-Vorpommern nicht genug Polizisten.
Jens Büttner

Die Landespolizei hat mit immer mehr Fehltagen zu kämpfen. Und auch ein zweites Problem macht den Ordnungshütern zu schaffen.

Die Personalsituation bei der Landespolizei ist nach Ansicht der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns erschreckend. Momentan seien 205 Dienstposten nicht besetzt, sagte der innenpolitische Sprecher Peter Ritter am Mittwoch unter Verweis auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion. Nach Angaben des Innenministeriums hat das Land 5843 Stellen im Polizeidienst. Hinzu kommt laut Ritter ein hoher Krankenstand. Wie aus den Angaben der Landesregierung hervorgeht, stieg die Zahl der Fehltage wegen Krankheit von rund 155 000 im Jahr 2014 auf fast 170 000 im Jahr 2016. Das erste Halbjahr 2017 liegt mit 84 000 Krankheitstagen im Trend.

Die geplanten Maßnahmen der Landesregierung gegen den Personalmangel bezeichnete der Oppositionspolitiker als besorgniserregend. „Wenn in den Jahren 2017 bis 2021 insgesamt 884 Beamtinnen und Beamte in den Ruhestand treten werden, dann sind die 150 neuen Polizeistellen des Koalitionskompromisses weniger als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein”, sagte Ritter. Die Ausbildungskapazitäten an der Fachhochschule Güstrow müssten nach seiner Ansicht dringend aufgestockt werden.