WEIHNACHTEN

MV-Regierung hält an bisherigen Corona-Regeln fest

An den Corona-Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern soll bis 10. Januar nichts geändert werden. Nur über Weihnachten gibt es Ausnahmen.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am 22. Dezember 2020 im Livestream der Staatskanzlei.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am 22. Dezember 2020 im Livestream der Staatskanzlei. Staatskanzlei MV
Schwerin ·

Die Corona-Lage in Mecklenburg-Vorpommern ist weiterhin angespannt, an den bestehenden Lockdown-Regeln werde sich aber vorerst nichts mehr ändern. Das erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der Schweriner Staatskanzlei. Vorher hatten sich die Minister der Landesregierung beraten.

Schwesig betonte, dass die Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern zuletzt weiter angestiegen seien, zuletzt aber weniger steil. Den am Montag zugelassenen Corona-Impfstoff bezeichnete Schwesig als „Licht am Ende des Tunnels”. Die ersten 30.000 Dosen sollen am 27. Dezember verabreicht werden. Lesen Sie hier dazu mehr.

„Mecklenburg-Vorpommern ist bereit. Wir wollen loslegen”, sagte Schwesig in Hinblick auf die Impfkampagne, die am Sonntag Pflegeheimen beginnen soll. „Es muss unser Ziel sein, die Alten- und Pflegeheime als allererstes zu schützen”, so Schwesig. An diesen Orten habe es schließlich besonders viele Infektions- und Todesfälle gegeben.

Corona-Impfung ist freiwillig

Schwesig betonte, dass die Corona-Impfung freiwillig sei: „Bitte glauben sie nicht den Verschwörungstheorien.” Das Land werde nun anstreben, eine Herdenimmunität über die Impfung zu erreichen. Bis dahin müssten Schutzmaßnahmen wie Abstandsregeln und die Maskenpflicht aufrecht erhalten werden. Der Forderung, Herdenimmunität per allmählicher Durchseuchung der Bevölkerung zu erreichen, erteilte Schwesig eine Absage. „Ich glaube, dass alle in diesen Wochen sehen, dass das eine Strategie ist, die absolut nicht geht”, sagte sie in Hinblick auf die auch in Deutschland rasant gestiegenen Infektions- und Sterbezahlen.

Besonders Sachsen ist aktuell betroffen, zehn Corona-Patienten sollen nach MV verlegt werden. Einige sind am Dienstag bereits angekommen. „Wir als Urlaubsland sind mit Sachsen sehr verbunden”, sagte Schwesig. Daher sei es selbstverständlich, jetzt nicht nur als Urlaubsland die Türen zu öffnen. Sie sicherte ihrem Amtskollegen Michael Kretschmer (CDU) weitere Hilfe zu.

Das sind die Weihnachtsregeln

Aktuell gelten im Land Abstandsregeln, die Schwesig mit der Faustformel „Eins plus Eins, maximal fünf.” zusammenfasste. Bewohner eines Haustandes dürfen sich mit den Bewohnern eines weiteren Hausstandes treffen, maximal dürfen es fünf Personen sein.

Über die Weihnachtstage werde diese Regel wie angekündigt erweitert. „Eins plus Vier, das merk' ich mir”, so Schwesig. Bis zum 26. Dezember sind auch Zusammenkünfte des eigenen Hausstandes mit Angehörigen der Kernfamilie und deren jeweiligen Haushaltsangehörigen bis zu insgesamt vier weiteren haushaltsfremden Personen zulässig – auch wenn dadurch mehr als zwei Haushalte oder fünf Personen zusammentreffen. Schwesig appellierte an die Bevölkerung: „Bitte prüfen Sie selbst, wie weit die Weihnachtsregel genutzt werden muss.” So habe sie selbst deutlich weniger Treffen in den kommenden Tagen geplant.

Die Weihnachtsregel sei erlassen worden, um die Kernfamilie zu stärken, so Schwesig. „Es ist wichtig, dass zu Weihnachten niemand allein bleibt.” Sie habe großes Vertrauen darin, dass sich die Menschen in MV an die Regeln halten und betonte, dass die Regeln in anderen Bundesländern noch strenger seien. Von größeren Reisen, besonders in Hochrisikogebiete, riet sie ab.

Gottesdienste können stattfinden

Gottesdienste können über Weihnachten unter Auflagen stattfinden. Schwesig betonte, dass die Landesregierung dabei aus der ersten Pandemie-Welle gelernt habe, als Gottesdienste zu Ostern verboten waren. Drastische Schließungen sollte es mit dem neuen Lockdown nicht mehr geben. „Wir wollten kleine Türen offen halten”, so die Ministerpräsidentin, die Weihnachten als das „wichtigste Fest für Christen” bezeichnete.

Ob und wie der aktuelle Lockdown gelockert wird, entscheide sich laut Schwesig am 10. Januar 2021, wenn wieder die Ministerpräsidenten der Länder mit der Bundeskanzlerin beraten werden. Bis dahin würden bereits Beratungen innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns stattfinden.

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Kommentare (4)

Lautet die Regel 1+4 also 5 Leute? Die Regel lautete bislang 4 weitere Personen zu einem Hausstand hinzu! Macht summa summarum im Zweifel deutlich mehr Leute - je nachdem, wie groß der einladende Hausstand ist! Dabei werden Kinder bis einschließlich 14 Jahren nicht berücksichtigt! Ist das jetzt eine verdeckte Änderung der Regeln?

Lt. NDR lautet die Regel auch so, wie von mir geschildert! Hat der Nordkurier hier einfach nicht richtig zitiert?

Oh, die Landesregierung hat doch moderne Patchworkfamilien in ihre Gebete eingeschlossen. Heisst, auch der Weihnachtsmann darf an die Tür klopfen und Einlass erhalten. Das freut auch denjenigen, dessen Geburtstag landauf, landab am 24.12. gefeiert wird. Denn wie sagte schon der Heiland:"Mein Geburtstag wird gefeiert dann, wenn kommt der Weihnachtsmann. Ohne Weihnachtsmann geht nur, wenn man bleibt stur."

Die Landesregierung Swesig ist mutlos und ideenlos, nichts Neues in Schwerin.