CORONA-GIPFEL

MV-Regierung kündigt Öffnung des Einzelhandels an

Die Kritik aus der Wirtschaft an der MV-Landesregierung wirkt. Während des gerade begonnen Corona-Gipfels mit Kanzlerin und Länderchefs kündigt die Staatskanzlei Öffnungen an.
Viele Geschäfte des Einzelhandels sind in Existenznot.
Viele Geschäfte des Einzelhandels sind in Existenznot. Oliver Berg
Schwerin ·

Der Chef der Staatskanzlei des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Staatssekretär Dr. Heiko Geue, hat Dienstagabend einer Videokonferenz mit Alexander Otto (ECE), Michael Busch (Thalia) und Heinrich Deichmann (Deichmann) über die Lage im Einzelhandel und Öffnungsperspektiven in der Corona-Krise beraten. Das gab die Staatskanzlei in Schwerin am Mittwochnachmittag bekannt.

„Es war mir wichtig, das direkte Gespräch zu führen. Die Landesregierung ist sich bewusst, dass sich die geschlossenen Bereiche des Einzelhandels in einer wirklich schwierigen Lage befinden. Wir waren uns einig darüber, dass wir einen Wiedereinstieg in den Präsenzverkauf brauchen”, erklärte der Chef der Staatskanzlei. Dafür werde sich Mecklenburg-Vorpommern beim seit Mittwochmittag laufenden Gipfel der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder einsetzen.

Landesregierung teilt die Sorgen des Einzelhandels

Die Landesregierung werde sich – wie am Dienstag von der Ministerpräsidentin angekündigt – außerdem dafür aussprechen, dass die Corona-Schutzmaßnahmen nicht mehr ausschließlich an die Inzidenz gekoppelt werden. Das System müsse weiterentwickelt werden und beispielsweise auch die Intensivbettenbelegungen sowie Fortschritte beim Testen und Impfen einbeziehen.

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„Die Landesregierung teilt die Sorge des Handels über ein drohendes Sterben der Innenstädte. Wir bereiten für den MV-Gipfel am Freitag ein Konzept für den Wiedereinstieg in einen geöffneten Einzelhandel mit Zwischenschritten vor. Die dazu geführten Gespräche sind unerlässlich, damit wir gute, wirtschaftliche Lösungen im MV Gipfel entscheiden können”, betonte Geue.

Am Dienstag hatte die Wirtschaft in MV scharfe Kritik an Landes- und Bundesregierung geäußert. „Die Stimmung in den vom Lockdown betroffenen Branchen zeigt, wie dramatisch die Situation vor Ort ist. Es gibt kaum noch Stimmen, die den Aussagen der Politik Glauben schenken. Es geht nicht mehr“, stellte Sven Müller, Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmerverbände in MV, unmissverständlich fest.

Öffnungsszenario für den März gefordert

Die Wirtschaft brauche jetzt ein Öffnungsszenario für den März. „Meet and collect“ und ähnliche Vorschläge seien keine Öffnungsschritte mit Perspektiven, sondern süßes Gift und Beruhigungspillen, die nur vereinzelt kurzzeitig helfen können, sagte Müller.

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Konkret: Dass vereinzelt beispielsweise im Einzelhandel eine Ware telefonisch oder per Internet bestellt werde und dann an der Ladentür abgeholt werden könne, sei keine wirtschaftliche Überlebensstrategie, so der Wirtschaftsvertreter. „Die Politik muss jetzt endlich eine klare Kante ziehen, entscheiden und dafür auch Verantwortung übernehmen“, machte Müller deutlich.

„Diffuse Infektionslagen rechtfertigen keine diffusen Strategien”

Kritik an der Landesregierung äußerte auch Wolfgang Blank, Präsident der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. „ Es bedarf eines gemeinsamen Herangehens und einer nach vorne gerichteten und mutigen Strategie, die auf Transparenz, Vertrauen und Plausibilität der Entscheidungen basiert.

Diffuse Infektionslagen rechtfertigen keine diffusen Strategien“, wetterte Blank – und schickte eine Warnung an MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Merkel und Co. hinterher: „Einen weiteren Bund-Länder-Gipfel, der kreißt und erneut nur eine Lockdown-Verlängerung gebiert! Geschieht das erneut, dann steht mehr als nur die Gemeinsamkeit des Handelns auf dem Spiel.“

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Kommentare (7)

Wer trug eigentlich die Verantwortung für dieses Impfdebakel und wann ist er/sie zurückgetreten?

Wer trug eigentlich die Verantwortung für dieses Impfdebakel und wann ist er/sie zurückgetreten?

Der Impfdepp hat das noch nicht registriert, das er schuld hat. Wir warten dann mal einfach ab bis due 3. Welle kommt....

schön das ihr mal gehört werdet und hoffentlich das auch ernst genommen wird.

Das mit "Meet and Collect" hat schon nicht funktioniert. Ich habe z.B. nur 2x was aus Baumarkt geholt, Rest im Onlineshop.
Jetzt kamm es ja zur Steigerung des Schwachsinns aus der Politik, "Termin-Shopping".
Da werde ich bestimmt nicht der Einzige sein, der immer noch nich zu euch einkaufen kommt. Für mich bedeutet auch Einkaufen, spontan mein Geld für schöne Dinge zu jeder Zeit ausgeben zu können.
Beim vorher Termin machen geht das leider nicht.
Also bleibt dran und standhaft bei euren Öffnungsforderungen (ohne schwachsinnige Auflagen).

Deutschland, Stralsund, wir schreiben das Jahr 2021 Sternzeit 03.03.2021 Eintrag ins Logbuch: Habe heute meinen Friseurtermin erhalten, Sternzeit 03.03.2021 09:00 Uhr. Ich empfehle jedem Außerirdischen diese Region zu meiden wenn sie eine Dienstleistung insbesondere der Haarpflege in Anspruch nehmen wollen. Ende der Eintragung.
Ist ja schön wenn gefordert wird, wenn Beschwerdebriefe geschrieben werden die in der Ablage P landen. Wo ist der zivile Ungehorsam, wo die Solidarität untereinander, wo ist der Aufruf an alle Gewerbetreibenden: Wir machen alle am 08.03.2021 auf!!! Oder meinetwegen am 06.03.2021! Sollte das geschehen bin ich sofort in der Altstadt eben aus Solidarität!
Gibt es nicht, lieber stirbt jeder für sich allein, dann sei es so!

....nicht witzig...aber ich habe gelacht und gelacht über den ersten Absatz von Ihnen. Danke...mein Tag war gerettet, diese Art von Humor ist einfach herrlich.
Wir brauchen einen Katalysator....dann klappts auch wieder mit der Solidarität.

Sollte 26-03-2021 heißen!