STUNDENAUSFALL UND LEHRERMANGEL

MV-Schulen leiden immer noch stark unter Corona-Pandemie

Personalmangel, hoher Krankenstand, Stundenausfall und ein nicht funktionierendes Programm zur Aufholung der Pandemie bedingten Rückstände – an den MV-Schulen braut sich Unmut zusammen.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern mussten Schüler teilweise stundenlang mit Masken im Unterricht sitzen. Die Folgen sind jet
Auch in Mecklenburg-Vorpommern mussten Schüler teilweise stundenlang mit Masken im Unterricht sitzen. Die Folgen sind jetzt offenbar auch zu spüren. Guido Kirchner
Schwerin ·

Mitte der Woche hatte die Lehrergewerkschaft GEW als erste die Finger in die Wunde gelegt – und scharf kritisiert, dass die vom Bildungsministerium versprochenen und notwendigen Lernstandserhebungen an den Schulen in MV nicht flächendeckend gelungen seien. Mit diesen standardisierten Test sollte geschaut werden, wo die Schüler in der Corona-Pandemie nach dem monatelangen Ausfall des Präsenzunterrichts Defizite angehäuft hätten.

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Diese Rückstände sollen jetzt mit einem bundesweiten und zwei Milliarden schweren Aufholprogramm kompensiert werden. Doch auch da gibt es offenbar riesige Probleme. „Das Aufholprogramm ist grundsätzlich gut. Aber es ist weder bekannt noch wissen die Verantwortlichen an den Schulen oder in den Behörden, wie es einzusetzen ist“, machte gestern Kay Czerwinski, Vorsitzender des Landeselternrates in MV, deutlich. Hinzu käme ein enorm hoher Krankenstand beim Lehrerpersonal und auch bei den Schülern.

Czerwinski berichtete von einer Schule, in der gleich zehn Lehrer parallel ausgefallen seien. „Dann funktioniert natürlich nichts mehr – weder Präsenz- noch Distanzunterricht.“ Der Krankenstand bewege sich jetzt in Dimensionen, die in anderen Jahren erst im Winter erreicht worden seien. Kinder würden jetzt auch darunter leiden, dass ihr noch nicht ausgereiftes Immunsystem in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie nicht mitwachsen konnte. Maskenpflicht, Abstand, weniger soziale Kontakte – das Immunsystem sei nicht entsprechend gefordert gewesen und jetzt anfälliger für alle möglichen Viruserkrankungen. „Und wenn erst die Grippe-Welle einsetzt, könnten sich die Zustände noch verschlimmern.“

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Erschwerend würden in dem Zusammenhang die geltenden Corona-Regeln an den Schulen wirken. „Während außerhalb der Schulen alles lockerer wird, ist in den Schulen alles reglementiert“, kritisiert Czerwinski. Diese Reglementierung müsse dringend in der neuen Legislaturperiode auf den Prüfstand. Durch die strengen Regeln würde den Schulleitungen auch die Möglichkeit verwehrt bleiben, bei Lehrer- und Stundenausfällen flexibel – beispielsweise mit der Mischung von Klassen – zu reagieren. Deshalb ist für den Chef Elternschaft klar: „Wir müssen endlich lernen, mit dem Virus zu leben – sonst drehen wir uns im Kreis und kommen aus der Pandemie nie raus.“

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