MINISTERIN MARTIN

MV-Schulen sind trotz Corona-Krise sichere Orte

Die Frage bewegt Millionen von Eltern: Wie geht es bundesweit in der Corona-Krise mit den Schulen weiter? Die MV-Landesregierung hat eine klare Meinung.
Legt aktuelle Zahlen zum Infektionsgeschehen an den MV-Schulen vor: Bildungsministerin Bettina Martin (SPD).
Legt aktuelle Zahlen zum Infektionsgeschehen an den MV-Schulen vor: Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). Ute Grabowsky
Schwerin.

Zu Beginn der Woche hatte ein Papier aus dem Kanzleramt die Republik aufgeschreckt: Unabgestimmt mit den Bundesländern wurde aus der Regierungszentrale der Präsenzunterricht in den Schulen aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens offensiv in Frage gestellt. Anschließend meuterten die Länderchefs – und ließen das Papier noch mal gerade so in der Schublade verschwinden.

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Präsenzunterricht auf dem Prüfstand

Doch wenn am Mittwoch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten erneut am Tisch sitzen und die Corona-Front beäugen, steht der Präsenzunterricht ebenfalls auf dem Prüfstand – zu Unrecht, wie MV-Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) aus ihrer Sicht betont. Martin untermauert ihre Position mit ganz aktuellen Zahlen aus dem Nordosten, die dem Nordkurier exklusiv vorliegen: Demnach gehen mehr als 98 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in MV in den täglichen Präsenzunterricht. Es befinden sich mit Stichtag 19. November insgesamt 2 703 Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen in Quarantäne (dies entspricht 1,77 Prozent) und 488 Schülerinnen und Schüler der beruflichen Schulen (1,41 Prozent).

Ansteckung erfolge nicht in der Schule

Und noch etwas erwähnt die Bildungsministerin ausdrücklich: „Alle Daten zum Infektionsgeschehen an Schulen in MV zeigen eindeutig, dass Schulen keine Infektionstreiber sind. Die allermeisten Infektionen, die bisher an unseren Schulen aufgetreten sind, wurden von Außen in die Schule hineingetragen. Die Ansteckung ist nicht in der Schule erfolgt, sondern im privaten Umfeld. Schulen sind sichere Orte.“

Jeden Fall einzeln betrachten

Flächendeckende Schulschließungen oder auch nur Teilschließungen durch die Einführung eines Wechselmodells seien vor diesem Hintergrund in MV zu diesem Zeitpunkt nicht gerechtfertigt, so Martin. Die Strategie, regional auf das Infektionsgeschehen an einzelnen Schulen zu reagieren, habe sich bewährt. Die Hygienemaßnahmen an den Schulen würden greifen.

MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterstützt die Argumentation ihrer Bildungsministerin. „Mecklenburg-Vorpommern ist das Land mit den niedrigsten Infektionszahlen in Deutschland. Ich sehe deshalb nicht, dass wir bei uns zu deutlich schärferen Regeln in den Schulen kommen müssen. Aber ich kann verstehen, wenn in Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen zusätzliche Schutzmaßnahmen auch in den Schulen ergriffen werden. Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, Schulen und Kitas offen zu halten.”

 

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Kommentare (9)

Wenn es um Viren geht, gibt es in einer Zivilgesellschaft keine sicheren Orte. Das sich Menschheit mit solchen Begriffen rechtfertigen muss, bestätigt den derzeit grassierenden Wahnsinn. Gab und gibt es sichere Orte vor tödlichen Grippeviren? Nein. Das trifft auch für Corona-Viren zu.

Das ist ja zumindest mal eine nüchterne und rationale Einschätzung der Lage. Noch interessanter als die Quarantänezahlen wäre aus meiner Sicht noch die Zahl der derzeit infizierten Schüler gewesen. Die bewegt sich vermutlich irgendwo im ein- oder vielleicht noch im zweistelligen Bereich, absolut und nicht etwa prozentual!
Wer kommt in dieser Situation auf die Idee, die Schulen für jeweils die Hälfte der Schüler schließen zu wollen? Oder womöglich noch weitergehender. Ich hoffe inständig, dass MV bei dem Thema standhaft bleibt!

... können Sie aber knicken... allein in HRO sind mdst 3 Schulen betroffen, u.a Gymnasium Reutershagen und Käthe Kollwitz... berichtet wird darüber (außer ein Nebensatz in der NNN) nicht und auch Schüler anderer Klassen haben es nur hinter vorgehaltener Hand erfahren und sich das selbst erschlossen, weil Freitag plötzlich 3 Lehrer vertreten werden mussten... Schön intransparent also...ich denke, wir wiegen uns in falscher Sicherheit

Und was soll ich daraus jetzt konkret schlussfolgern? Was glauben Sie denn, wieviel Infektionsfälle dahinterstehen?

in Quarantäne sind (und demzufolge wohl nicht nur 1 Schüler/Lehrer betroffen ist), sind Sie MV-weit sicher nicht mehr bei einer einstelligen Zahl... DAS könnten Sie daraus schlussfolgern

Wieso glauben Sie, dass an den von Ihnen genannten Schulen wesentlich mehr als einzelne Schüler oder Lehrer infiziert sein müssen? In der Vergangenheit habe ich bisher erst von ganz wenigen Fällen gehört, in denen an Schulen eine größere Anzahl von Schülern oder Lehrern tatsächlich infiziert waren. Meist bewegten sich die Zahlen so bei 1 - 4 oder 5 Infizierten.

oder selbst nach Fakten suchen...
Aktuell sind in M-V 41 Schulen und 18 Kitas/Horte betroffen.
https://www.lagus.mv-regierung.de/serviceassistent/download?id=1630233

Oh, dankeschön für die Informationen! Na wenn derzeit in MV 41 Schulen betroffen sind und es sich dabei insgesamt um 61 Fälle handelt, macht das ja pro Einrichtung etwa 1,5 infizierte Schüler bzw. Lehrer. Okay, aus dem einstelligen Bereich sind wir damit momentan deutlich raus, bewegen uns im mittleren zweistelligen Bereich. Da lag ich doch mit meiner Vermutung also gar nicht so falsch.

Mit der Gesundheit die Leute gut beschäftigen.
Und mit der Gesundheit von Kindern erst recht.