GENDER-STREIT

MV-Sozialministerin gibt die Suppenkasper*in

Früher Fall von Sommerloch oder kochend heißes politisches Thema? MV-Sozialministerin Stefanie Drese hat ein Problem mit Tütensuppen für Jungs und Mädchen.
dpa
Philipp Schulz Philipp Schulz
MV-Sozialministerin Stefanie Drese schmecken diese beiden Suppen-Produkte nicht.
MV-Sozialministerin Stefanie Drese schmecken diese beiden Suppen-Produkte nicht. Montage (© Africa Studio - stock.adobe.com, Stefan Sauer/NK-Archiv, Screenshot)
Schwerin.

Die Tütensuppe für Jungs heißt „Champions“ und hat eine blaue Verpackung, die für Mädchen ist rosa und heißt „Glamour Queens“. Werbung wie diese stößt bei Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD), auch zuständig für Gleichstellung, auf Kritik. „Wir brauchen keine speziellen Lebensmittel für Männer und Frauen, die vor veralteten Rollenklischees nur so triefen“, sagte sie anlässlich der Gleichstellungsministerkonferenz am Freitag in Deidesheim, Rheinland-Pfalz.

Schweizer Tütensuppe in Rosa und Blau

Bei den Tütensuppen spielt die Ministerin Drese auf Produkte eines schweizerischen Unternehmens an. Die Firma Migros erntete bereits im vorigen November im Internet einen Shitstorm für rosarote und hellblaue Verpackungen, ließ die Nudelsuppen damals jedoch im Sortiment. Kern der Online-Entrüstung war vor allem die Abwertung der Mädchen, die nur als Prinzessin dargestellt werden, wohingegen auf der Jungspackung ein Fußballer spielt.

Frauen bezahlen mehr als Männer

Die Ministerkonferenz regte nun eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft an, darauf zu verzichten, Geschlechterklischees zu konstruieren und zu reproduzieren. Der Deutsche Werberat stehe in der Verantwortung, seinen Werbekodex weiter zu präzisieren.

Kritik übte die Ministerrunde laut Drese auch am sogenannten Gender Pricing, das heißt unterschiedliche Preise für Produkte für Frauen und Männer. Meist würden die speziell für Frauen hergestellten Produkte zu einem höheren Verkaufspreis angeboten als funktionsgleiche Männer-Produkte, sagte sie. Zugrunde liege die Annahme, dass Frauen bereit sind, für diese Produkte mehr Geld auszugeben.

Steilvorlage für die AfD

Die AfD im Schweriner Landtag zeigte sich verwundert, dass die Sozialministerin zu Fertigsuppen für Mädchen und Jungen eine Pressemitteilung herausgibt. „Man könnte darüber lachen, wenn es an anderer Stelle nicht so schlecht um den Betreuungsschlüssel an Kitas, die Bezahlung von Erziehern und die sozialen Lage allgemein in Mecklenburg-Vorpommern stehen würde“, sagte der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes.

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Kommentare (3)

ohne eingeführte Tütensuppen läuft in D nichts mehr - stellt euch mal ein D ohne Discounter vor - ohne einen Markt für herabgesetzte Qualität oder Billigprodukte

^^ wie geil ... immer weiter so SPD! Ich hab noch ne super Idee... Doppelspitze aus Sawsan Chebli und Kevin Kühnert!

Die SPD hat wie immer ein Gespür für die Top-Themen dieser Zeit. Ob es nun Tütensuppen, feministische Pornos oder einfach die Abschaffung von freien und gleichen Wahlen durch Frauenquoten ist, die SPD weiß, was ihre Wähler wünschen.

"Kern der Online-Entrüstung war vor allem die Abwertung der Mädchen, die nur als Prinzessin dargestellt werden, wohingegen auf der Jungspackung ein Fußballer spielt."

Prinzessin ist also eine Abwertung. Was wäre denn eine Aufwertung? Putzfrau? Prekär beschäftigte freie Mitarbeiterin in irgendeiner Marketing-Klitsche? Sozialministerin, die erstmal ihre Tassen wieder einräumen muss?

Gut zu wissen, dass jeder Kreisliga-Kicker einen höheren Status als Stephanie von Monaco hat. Schöner können diese Sorte Feministinnen ihre Realitätsferne kaum dokumentieren.