Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will erneute Schulschließungen nicht ausschließen. Simone Oldenbur
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will erneute Schulschließungen nicht ausschließen. Simone Oldenburg (Linke), Vize-Ministerpräsidentin und Bildungsministerin in MV, spricht sich dagegen aus. Fabian Sommer
Corona-Politik

MV stellt sich gegen Lauterbachs Schulschließungs-Pläne

Der Bundesgesundheitsminister bleibt beim Thema Schulschließungen ein Hardliner. Das gefällt MV-Bildungsministerin Simone Oldenburg überhaupt nicht.
Schwerin

Aktuell genießen Eltern und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern die gerade begonnenen Sommerferien. Sonne, Meer, Freizeit – nach gut zwei Jahren zermürbender Corona-Pandemie sind die Gedanken an das neue Schuljahr derzeit erst mal in weiter Ferne. Doch Karl Lauterbach (SPD) lässt nicht locker und malt für den Herbst erneut das Horrorszenario für tausende von Eltern und Schüler an den Horizont: Schulschließungen!

Widerspruch aus Schwerin

Trotz aller Erfahrungen aus den bisherigen Corona-Jahren und den negativen Folgen für Schüler und Eltern will der Bundesgesundheitsminister nicht ausschließen, dass Schulen doch wieder dicht gemacht werden müssen. „Wir wissen ja nicht, welche (Virus-)Varianten kommen“, sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“ auf wiederholte Nachfrage.

Eine Einschätzung, der Simone Oldenburg energisch widerspricht. „Als Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern spreche ich mich ganz klar gegen Schulschließungen aus”, machte die Linkspolitikerin unmissverständlich deutlich. Selbstverständlich werde man das Infektionsgeschehen weiterhin genau im Blick behalten. Und sollte sich das Pandemiegeschehen erneut verstärken, werde man mit Experten über Schutzmaßnahmen entscheiden, so Oldenburg.

Die Ministerin versuchte am Montag gegenüber dem Nordkurier Eltern und Schüler zu beruhigen. „Für den Start ins neue Schuljahr haben wir jedenfalls abgestimmte Pläne in der Schublade. Dazu gehört je nach Pandemiegeschehen das Testen wie auch das Tragen von Masken im Schulgebäude. Schulschließungen gehören in jedem Fall nicht dazu.“

Oldenburg: Flächendeckende Schulschließungen ausschließen!

Die Schulschließungen der vergangenen Jahre hätten nachgewiesenermaßen zu gravierenden negativen Auswirkungen auf die psychische wie physische Gesundheit und den Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen geführt. Erneute flächendeckende Schulschließungen müssten daher auch zukünftig ausgeschlossen bleiben, betonte Oldenburg in Richtung Bundesgesundheitsminister.

Die Stellvertreterin von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wies explizit darauf hin, dass das Nein zu Schulschließungen auch die „gefestigte Auffassung der Kultusministerkonferenz“ sei. Auch die Regierungschefs von Bund und Ländern hätten sich kürzlich zum Offenhalten von Schulen bekannt. „Und das ist auch gut so“, stellte Oldenburg klar.

Erst in der vergangenen Woche hatte der aktuelle Bildungstrend aufgrund der teilweise monatelangen Schulschließungen in den Jahren 2020 und 2021 deutlich gemacht, dass sich bei den Schülern eklatante Schwächen in den Fächern Deutsch, Mathe und auch beim Zuhören aufgetan hätten. Letzteres wird mit dem stark angestiegenen und unkontrollierten Medienkonsum der Kinder und Jugendlichen von Tablets und Smartphones in Verbindung gebracht.

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