Bei der Impfquote ist Mecklenburg-Vorpommern abgestürzt.
Bei der Impfquote ist Mecklenburg-Vorpommern abgestürzt. Jens Büttner
Corona-Krise

MV stürzt in Deutschland bei Impfquote dramatisch ab

Die ersten Wochen führte Mecklenburg-Vorpommern bei der Impfquote im Vergleich zu den anderen Bundesländern. Doch diese Zeiten sind längst vorbei.
Schwerin

Was ist da denn passiert? Nachdem am 27. Dezember die Impfungen in Deutschland gegen das Coronavirus begonnen hatten, war Mecklenburg-Vorpommern zunächst Impfprimus. Doch mittlerweile ist MV im Ranking der Bundesländer abgestürzt.

Bei den Erstimpfungen liegt Mecklenburg-Vorpommern derzeit nur noch auf Platz 14. Die Impfquote liegt bei 6,2 Prozent. Geringere Quoten weise nur noch Brandenburg (5,6 ) und Sachsen-Anhalt (6) auf. Das Saarland und Bremen liegen mit 7,9 Prozent bei den Erstimpfungen ganz vorne. Bei den Zweitimpfungen reicht es für Mecklenburg-Vorpommern immerhin noch zu Platz sieben.

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„Wir verimpfen alles, was wir an Impfdosen zur Verfügung haben.”

Auf die Frage des Linken-Abgeordneten Torsten Koplin nach den Gründen, musste Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstagmorgen im Landtag fast schon mit den Schultern zucken. „Wir verimpfen alles, was wir an Impfdosen zur Verfügung haben. Mehr geht nicht”, räumte der Minister ein.

Ihr Minister in Erklärungsnot, da sprang Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hilfreich an Glawes Seite – und sprach ebenso ernüchternde wie ehrliche Worte: „Wir sind mit den Verlauf des Impfens in MV sehr unzufrieden. Es haben sich jetzt mehrere Probleme aufgestaut. In der Tat, es ist im März einfach zu wenig Impfstoff da.” Die jetzt zu impfende Gruppe 2 sei durch die nachträgliche Aufnahme von Erziehern, Lehrern und Polizisten einfach sehr groß geworden – „da fehlt Impfstoff”.

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Schwesig: Jetzt muss schnell gehandelt werden

Sie wolle gar nicht mehr im einzelnen auf die Versäumnisse von Europäischer Union und Bundesregierung bei der Impfbestellung eingehen, doch müsse jetzt schnell gehandelt werden. Deshalb habe sie für Samstag zu einem Impfgipfel mit Vertretern der Kommunen, der Impfzentren und den Hausärzten eingeladen, um Abhilfe zu schaffen.

Gerade durch die Einbeziehung der Hausärzte verspreche sie sich eine deutliche Steigerung des Impftempos, sagte Schwesig. Allerdings habe auch hier der Bundesgesundheitsminister nicht Wort gehalten. „Die Runde der Ministerpräsidenten hatte sich ursprünglich darauf verständigt, dass die Hausärzte ab Ende März mitimpfen würden, doch jetzt schafft es der Bund erst, die Voraussetzungen dafür Mitte April zu gewährleisten”, kritisierte Schwesig.

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Gleichzeitig deutete die SPD-Politikerin an, dass die schwer unter Druck stehende Hotline überlastet sei. Es werde nun überlegt, ob bestimmte Gruppen bei der Terminvergabe anders sortiert würden. Dann müssten sich nicht alle über die Hotline einen Termin besorgen.

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