BAUSTELLE TRIBSEES

MV trennt sich bei neuer A20-Brücke vom Planer

Das Land hat das bisherige Planungsbüro für die neue Brücke auf der Autobahn 20 bei Tribsees gefeuert. Ein Büro namens Schwesig übernimmt jetzt.
Fabian Beyer Fabian Beyer
Mit den Planungen für die neue Brücke am ehemaligen A20-Loch ist nicht mehr das bisherige Unternehmen betraut.
Mit den Planungen für die neue Brücke am ehemaligen A20-Loch ist nicht mehr das bisherige Unternehmen betraut. Bernd Wüstneck
Tribsees.

Mitten in den Planungen für die neue Brücke über dem ehemaligen Loch auf der Autobahn 20 bei Tribsees gibt es jetzt eine überraschende Wendung. Denn das Land Mecklenburg-Vorpommern hat sich vom Ingenieurbüro Inros Lackner in Rostock getrennt. Das bestätigte das Verkehrsministerium am Donnerstag auf Nordkurier-Nachfrage. Den Wechsel habe man frühzeitig veranlasst, „um damit zur Optimierung des gesamten Verfahrens beizutragen”, hieß es. Die Ingenieure sollten ursprünglich die Planungen für die Ersatzbrücke im Auftrag des Landes übernehmen.

Unterschiedliche Vorstellungen, wie die Vorgaben des Landes für den Brückenneubau an der eingestürzten Autobahn umzusetzen seien, sollen die Gründe sein. Erste Meinungsverschiedenheiten soll es demzufolge schon im Oktober des vergangenen Jahres gegeben haben. „Als wir merkten, dass es schwierig wird, mit dem Büro umzusetzen, was wir wollen, haben wir gegengesteuert”, bestätigt Ronald Normann, Abteilungsleiter im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, dem Nordkurier.

Was genau hinter den konkreten Ursachen der Trennung steckt, wollten beide Seiten nicht sagen. Ein „laufendes Verfahren” nennt eine Sprecherin des Verkehrsministeriums als Grund. Inros Lackner äußerte sich auf Nachfrage überhaupt nicht zum Vorfall.

Baubeginn im Herbst

Vom aktuellen Ärger um die Brücke soll deren Zeitplan aber nicht betroffen sein. So laufe Normann zufolge das Planrechtsverfahren bereits. Auf deren Abschluss hofft er bis Mitte Mai. Nach derzeitigem Stand soll das Geld für den Neubau ab Juni zur Verfügung stehen. Entweder ab September, spätestens aber Oktober soll der Bau der Brücke starten. Die Kosten für die Planung sollen durch die Trennung von Inros Lackner sogar geringer werden. Ursprünglich waren 4,4 Millionen Euro vorgesehen. Derzeit liege man laut Normann bei 2,2 Millionen. Wahrscheinlich werden die Kosten für die Planung am Ende niedriger als erwartet sein.

Wie soll es nun weitergehen? Zwar soll sich laut Normann nichts an der grundsätzlichen Gestalt der Brücke ändern. Aber: „Es ist Änderungsbedarf in Größenordnung erforderlich”, meinte er. Genaue Details wollte er aber nicht nennen.

Mit den weiteren Planungen ist indes das Ingenieurbüro Schwesig in Rostock vom Land beauftragt worden. Wer jetzt bei dem Namen an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig denkt, der irrt sich. Das Unternehmen hat eine Verwandtschaft zu ihr verneint.

Zwei Neue Baustellen auf der A20

Derweil müssen sich die Autofahrer auf der A20 auf zwei neue Baustellen einstellen. So werden zusätzliche Engpässe zwischen Strasburg und Pasewalk Nord die große Reisewelle zu Ferienbeginn im Sommer an die Küste zur Insel Rügen oder in den Süden ins Stocken bringen.

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Kommentare (1)

der den Leser verwundert zurück lässt. Wie fast immer ist der Nordkurier nur der Verkünder der unglaubwürdigen Äußerungen von Politik und Verwaltung. Ich meine jetzt nicht die angeblichen Gründe für die Entscheidung das Planungsbüro zu wechseln, die der Bürger als Wähler und Steuerzahler nicht zu wissen braucht, sondern die offensichtlichen Kosten die dieser Wechsel, sei er nun nötig oder nicht verursachen wird.
Inros Lackner wird sicher nicht freiwillige auf die Erbringung und Bezahlung der vertraglich vereinbarten Leistungen verzichten. Damit ist an dieser Stelle mit unabsehbaren Kosten der gerichtlichen Auseinandersetzungen zu rechnen.
Das Ingenieurbüro Schwesig, welches offensichtlich ohne die sonst unausweichlichen europaweiten Ausschreibungen diesen Auftrag bekam, erledigt die gleichen Aufgaben sicher nicht kostenfrei. Es wird die gleiche Arbeit zwei mal gemacht und bezahlt. Das das nicht zusätzliche Kosten und längere Bauzeit bedeutet ist nicht plausibel.
Genau so widersprüchlich ist die Aussage von Ronald Normann, Abteilungsleiter im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, es soll sich „nichts an der grundsätzlichen Gestalt der Brücke ändern. Aber: Es ist Änderungsbedarf in Größenordnung erforderlich”.
Es wird schon einen Grund geben warum Inros Lackner bei der mutmaßlich gewünschten Billiglösung nicht die planerische Verantwortung tragen will. Dieses Stück Autobahn wurde ja schon einmal sehr kostengünstig geplant und gebaut. Was dabei heraus gekommen ist wissen wir nun alle. An der Planung zu sparen ist bestimmt ein guter Weg mittelfristig den dritten Neubau an gleicher Stelle zu verursachen. Dann übernimmt so wie heute sicher keiner die Verantwortung dafür.
Meiner Meinung nach sollte einem Journalisten diese Fragen auch auffallen und er sollte diese im Artikel benennen und sie den Verantwortlichen stellen.