NEUES JAGDGESETZ

MV-Umweltminister will Nandus bejagen lassen

Geht es nach dem Umweltministerium von Till Backhaus könnte in Mecklenburg-Vorpommern bald der Nandu – eine südamerikanische Laufvogelart – zur Jagd freigegeben werden.
Nach Plänen des Landwirtschaftsministeriums soll der Nandu in Mecklenburg-Vorpommern künftig bejagt werden.
Nach Plänen des Landwirtschaftsministeriums soll der Nandu in Mecklenburg-Vorpommern künftig bejagt werden. Jens Büttner
Rund 500 Tiere gibt es in Norddeutschland.
Rund 500 Tiere gibt es in Norddeutschland. Bernd Wüstneck
Landwirte beschweren sich über die Landvögel aus Südamerika. Sie fressen besonders an Raps- und Maisfeldern.
Landwirte beschweren sich über die Landvögel aus Südamerika. Sie fressen besonders an Raps- und Maisfeldern. Christian Charisius
Auch in der Uckermark wurden bereits Nandus gesichtet.
Auch in der Uckermark wurden bereits Nandus gesichtet. privat
Im Sommer 2018 wurde die Population noch anders bekämpft: Die Eier der Tiere wurden aufgebohrt und unfruchtbar gemacht.
Im Sommer 2018 wurde die Population noch anders bekämpft: Die Eier der Tiere wurden aufgebohrt und unfruchtbar gemacht. Jens Büttner
Schwerin.

Das Landesumweltministerium plant eine Novelle des Jagdrechts in Mecklenburg-Vorpommern. Neben Änderungen der Jagdzeiten und einer Beschränkung der Jagdverbote, soll auch eine ganz neue Tierart zum Abschuss freigegeben werden: der südamerikanische Laufvogel Nandu. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gibt es eine große Population, wohl die einzige und größte in ganz Europa.

Nandus haben lange Geschichte im Norden

Die Geschichte der vielen freilebenden Nandus in Deutschlands Norden geht bereits in die 90er Jahre zurück. Sie sollen aus einer Haltung bei Lübeck stammen und von den 90ern bis 2008, als das Gehege geschlossen wurde, geflohen sein. Damals wurde im Auftrag des Landesumweltministeriums eine Zählung durchgeführt. 120 Tiere zählten die Experten östlich des Ratzeburger Sees, direkt an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Damals sollte Beobachten reichen.

Ende 2018 dann der Schock. Nach nur drei Jahren hatte sich die Population der Laufvögel nicht nur stabilisiert, sondern fast verfünffacht. Plötzlich zählten die Beobachter ganze 566 Tiere, fast 300 Jungvögel. Der warme und trockene Sommer tat den Tieren gut und Maßnahmen gegen die Vermehrung fruchteten nicht: Das Ministerium hatte über die Sommermonate über 190 Eier der Tiere aufbohren lassen, wodurch ein Schlüpfen der Jungtiere verhindert wird.

Erste Abschüsse im Frühjahr 2019

Bereits im Dezember 2018 kündigte Umweltminister Till Backhaus (SPD) an, auch andere Möglichkeiten zur Bekämpfung des starken Populationsanstiegs prüfen zu lassen. Besonders Landwirte beklagten sich immer wieder über die südamerikanischen Gäste und den Schaden, den sie besonders auf Raps und Maisfeldern anrichten würden.

Die ersten Abschüsse der Nandus gab es zwischen Januar und März 2019. 17 vor allem männliche Tiere wurden den Angaben zufolge von ansässigen Bauern mit Jagdschein erlegt. Backhaus kündigte zudem eine weitere Prüfung an, dieses Mal mit konkreterem Inhalt. Es gelte zu prüfen, ob Nandus als invasive Art einzustufen sein, so Backhaus im Mitte April 2019.

Nandus sind „potentiell invasive Art”

Laut dem ersten Entwurf des neuen Jagdrechts, welches das Umweltministerium am 8. Januar vorlegte, sollen Tiere unter zwei Jahren nun ganzjährig bejagt werden dürfen, Hähne und Hennen ab einem Alter von zwei Jahren in der Zeit von November bis Januar. In der Begründung des Umweltministeriums heißt es dazu: „Die Art Nandu wird auf der 'Grauen Liste' der potentiell invasiv einzustufenden Arten geführt.” Die nun geplante Jagderlaubnis soll bereits jetzt die räumliche und zahlenmäßige Verbreitung eingrenzen, heißt es weiter. Aktuell liegt der Gesetzentwurf bis zum 20. Februar für fachliche Stellungnahmen aus.

 

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