SCHELTE FÜR EINREISEVERBOT

MV unter Druck wegen des Verbotes für Tagestouristen

Ärger mit den lieben Nachbarn aus Schleswig-Holstein: Wegen voller Strände an der westlichen Ostsee sollen Beschränkungen fallen.
dpa
Wolfgang Kubicki führt die Kritiker des Einreiseverbots für MV-Tagestouristen an.
Wolfgang Kubicki führt die Kritiker des Einreiseverbots für MV-Tagestouristen an. Philipp von Ditfurth
Schwerin.

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung bekommt Druck aus dem Nachbarland Schleswig-Holstein wegen des noch immer bestehenden Einreiseverbots für individuelle Tagestouristen. Der FDP-Spitzenpolitiker Wolfgang Kubicki bezeichnete das Einreiseverbot gestern als „evident rechtswidrig und überzogen“. Diese massive Einschränkung der Freizügigkeit sei aus grundrechtlicher Sicht überhaupt nicht verhältnismäßig, erklärte er. Mecklenburg-Vorpommern habe praktisch kein Infektionsgeschehen mehr. „Ich bin mir sicher, dass der erste Tagestourist, der klagt, vor dem Verwaltungsgericht gewinnen wird“, sagte Kubicki weiter.

Auch die schleswig-holsteinische Landesregierung ist einem Bericht der „Lübecker Nachrichten“ zufolge unzufrieden mit der Regelung in Mecklenburg-Vorpommern. Das Blatt zitierte den Staatssekretär im Kieler Wirtschaftsministerium, Thilo Rohlfs, mit den Worten: „Wir würden es begrüßen, wenn MV das Einreiseverbot für Tagesgäste aufheben würde, da wir insbesondere in der Lübecker Bucht die hohe Nachfrage sehr deutlich spüren.“ Es wäre in Zeiten von Corona hilfreich, wenn sich die Touristenströme etwas besser verteilen würden. An der Lübecker Bucht sind die Strände zum Teil sehr voll, in Mecklenburg-Vorpommern nicht.

Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich bisher jedoch unbeeindruckt. Es bleibe dabei, dass am 4. August in einer großen Runde mit Vertretern der Kommunen sowie unter anderem mit Sozialverbänden, Gewerkschaften und der Wirtschaft über die nächsten Öffnungsschritte beraten werde. Auf der Tagesordnung stehe dabei auch die Frage, wie es mit dem Tagestourismus weitergehe. Bislang dürfen nur Urlauber nach MV kommen, die in dem Bundesland übernachten oder die mit einer Busgruppe eine Tagestour nach MV unternehmen.

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Kommentare (10)

Kubicki sollte sich raus halten. Das Einzige was diesen Populisten und Talkshowhopper interessiert ist Geld machen und Lobbyismus. Wir haben in MV relativ wenige Infektionen, allerdings mit steigender Tendenz, und das wahrscheinlich durch viele Lockerungen im Tourismusbetrieb. MV, vor allem die Inseln sind zum Teil überfüllt mit Urlaubern, und dann sollen noch die vor ein paar Tagen von der DEHOGA gemeldeten 200.000 fehlenden Tagesgäste pro Tag kommen? Ich glaube jetzt reicht es aber.

Wohne in Karlshagen und die Strände sind voll.

Durch die Abstandsregeln verteilt sich das sogar auf einer größeren Fläche als die Jahre zuvor als die Touristen in Haufenkonstellationen um die populären Strandabschnitte (Zugang zum Klo oder Campingplätzen) sich nieder ließen. Jetzt ist es einfach fast flächendeckend besetzt bis hinter zu Peenemünde wo schon der Schilfgürtel anfängt (und dahinter ist gesperrtes Vogelschutzgebiet). Selbst Abends ist es voller als die Jahre zuvor.
Ich find es gut dass die Leute augenscheinlich freiwillig Abstand halten selbst wenn es bedeutet weiter laufen zu müssen.

Wenn Holststein ein Problem hat, dann hat Holststein das Problem. Nicht MV.
Neuinfektionen gibt es aber grad in meinem Landkreis. Und da ist es wichtig die Wege nachzuverfolgen, was bei selbst anreisenden Tagestouristen nicht geht. Wenn sie in Reisebussen kommen dürfen sie ja. Ist ja nicht so als ob Tagestouristen generell verboten sind, es geht um die Verfolgbarkeit von den Leuten und ihren Kontakten im Infektionsfall.

Btw hält das Verbote manche Tagestouristen nicht auf, die nutzen Trick 17 und kommen trotzdem.

Alles will an die Ostsee und dieses Jahr 100% mehr. Da geht es nun mal nicht anders. Das Kubicki dies nicht versteht wundert mich nicht.

Letzte Woche bin ich mit der Prinzessin an die Ostsee gefahren, zum Glück konnte ich die Jungs im Hort abgeben. Ich wollte ein bißchen Sonne tanken und die Prinzessin sollte auch mal raus. Wir haben da so einen Strand, wo wir immer hinfahren, weil da kein Stress wegen der Prinzessin zu erwarten ist. Plötzlich ist aber auch dieser Strand voller Menschen und Kinder. Das geht einfach gar nicht. Da hat mich erst die eine Mutter angesprochen, ich solle die Prinzessin anleinen. Das habe ich noch gemacht, aber die andere war der Meinung ich dürfte die Prinzessin nicht ins Wasser lassen, es wäre kein ausgewiesener Hundestrand. Dabei bleibt es doch das gleiche Wasser und es ist ja wohl egal ob die Kinder oder die Prinzessin ins Wasser pinkeln. Ich finde die Nutzung des Strandes sollte überhaupt nur Menschen erlaubt sein, die da wohnen. Dörte meint man sollte den Strand mit einem Abstand von 2 km einzäunen, das finde ich ein wenig dicht.

der Prinzessin geht es gut!!!

...sperrt Schleswig-Holstein seine Strände ab, wenn zu überfüllt. In den Medien wird ebenso seit drei Wochen die Ursache der dortigen Überfüllung (Tagestouristen-Sperre in MV) angemerkt, was der NK mit heutigem Artikel verspätet nachholt. Aus Coronasituation und den Erfahrungen in SH ist das Einreiseverbot für Tagestouristen in MV somit ohne Substanz. Dass niemand klagt zeigt, dass das Corona-Virus sich in vielen Köpfen der Deutschen eingenistet hat. Ebenso erkennbar, wenn Politiker von neuer Freiheit schwafeln, wenn diese etwas Freiheit zugestehen, was vor März 2020 selbstverständlich war und das Volk aufatmet oder sogar, wie in vielen Leserkommentaren hier, Freiheiten und Bürgerrechte als Bedrohung sehen.

nein, so ist es nicht. Wenn aber Freiheiten und Bürgerrechte zu weiteren Todesfällen und Erkrankungen führen, wie bereits deutlich zu sehen, dann müssen diese für eine bestimmte Zeit eingeschängt werden.

bekommen Sie offensichtlich nicht eingeschenkt.
Schengen und die entsprechenden Abkommen sind die größten Errungenschaften Europas.
Aber wenn Sie lieber hinter einer Schränke leben, nun ja, dass müssen Sie wissen.
1989 hatte ein Teil der Deutschen keine Lust mehr auf Schranken.

Als die Grenze zu war sind die Einbrüche um 75% zurück gegangen. Ist das für Sie eine Errungenschaft? Auch die Migranten ( behaupten Sie sind Flüchtlinge ) kommen wieder zu Massen, ist das eine Errungenschaft? Dann lieber Grenze zu!!

Die Alternative für Deutschland, die die zwei Erichs probiert haben, hatte auch geschlossene Grenzen und war offensichtlich keine schlaue Idee. Wobei mit dem Intellekt des Karpfens haben Sie sich wahrscheinlich da wohl gefühlt. Soweit rechts kommt halt links wieder hoch.