Polizisten der Landespolizei kontrollieren vor dem Grenzübergang Ahlbeck ein Fahrzeug. (Archivbild)
Polizisten der Landespolizei kontrollieren vor dem Grenzübergang Ahlbeck ein Fahrzeug. (Archivbild) Stefan Sauer
Grenzverkehr

MV verschärft Corona-Regeln für polnische Pendler

Sollten in Polen die Infektionszahlen weiter steigen, müssen sich Berufspendler an der Grenze bald noch öfter auf das Coronavirus testen lassen. Das Land MV betont aber, die Grenze auf keinen Fall komplett schließen zu wollen.
Schwerin

Das Land Mecklenburg-Vorpommern wird seine Quarantänevorschriften für Pendler in der Grenzregion zu Polen weiter verschärfen. Das kündigte Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) nach Beratungen des Kabinetts in Schwerin am Dienstag an.

So soll die Testpflicht für Angehörige der Ausnahmegruppen verschärft werden, sobald das Nachbarland als Hochrisikogebiet eingestuft wird. Sollte dies der Fall sein, müssen dann Berufspendler alle 48 Stunden einen negativen Corona-Test vorweisen können, wenn sie weiter die Grenze passieren wollen. Betroffen ist etwa medizinisches Personal: Menschen, die in Polen leben und in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten.

Bislang müssen sich Pendler alle vier Tage freitesten lassen, die strenge Regel gilt derzeit nur für Familienbesuche.

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Neue Testzentren in Linken und Ahlbeck

Für die Testungen sollen ab dem Wochenende neue Testzentren in Ahlbeck und Linken eingerichtet werden, kündigte Dahlemann an. Er betonte, dass MV damit nun die strengste Testpflicht aller Bundesländer eingeführt habe: „Testen ist der sicherste Weg aus der Pandemie.” Der Schritt sei in Absprache mit der deutsch-polnischen Community geschehen. Ziel sei, trotz der Pandemie den Grenzverkehr wenigstens für direkt betroffene aufrecht erhalten zu können.

Polen könnte in absehbarer Zeit wieder als Hochrisikogebiet gelten. Sollten die Zahlen weiter steigen, rechnet Dahlemann mit einer Hochstufung noch in dieser Woche. So sei die Inzidenz in Vorpommern-Greifswald zwar sehr lange höher als in Westpommern gewesen, nun würden die Zahlen aber in ganz Polen steigen. Daher habe das Land MV nun reagieren müssen und sich auf den Ernstfall vorbereitet. Falls Polen Mutationsgebiet wird, soll die Quarantänepflicht von zehn auf 14 Tage ausgeweitet werden. Ein Freitesten ist dann nicht möglich.

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Die Tests sind einmal pro Woche kostenlos, bezahlt von der Bundesregierung. Alle weiteren Tests kosten 10 bis 20 Euro.

Schwesig: „Corona ist weiterhin da”

Der Inzidenzwert ist im Vergleich zur Vorwoche auf Landesebene mit rund 66 ist stabil geblieben. Der Landkreis Vorpommern-Rügen, die Stadt Rostock und nun auch die Mecklenburgische Seenplatte liegen stabil unter dem Wert von 50. „Die Zahlen sind aber weiter viel zu hoch”, sagte dazu Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). „Corona ist weiterhin da und die Mutation breitet sich aus.”

In diesem Zusammenhang kritisierte sie die Bundespolitik. Kostenlose Selbsttest sollten ihrer Meinung nach auch für Kindergärten und Schulen zur Verfügung stehen. Ziel sei, dass Schülerinnen und Schüler in den Schulen bleiben können, auch wenn die Zahlen wieder hochgehen. Sie bezeichnete dies als einen Beitrag zur Stabilität.

Besonders bei älteren Menschen sind die Infektionszahlen zuletzt gesunken, so Schweig. „Die Impfungen wirken”, sagte sie. Dafür habe es aber zuletzt in der Gruppe der Menschen von 35 und 59 Jahren mehr Corona-Infektionsfälle gegeben. Daher mahnte die Ministerpräsidentin zur Vorsicht: „Corona ist weiterhin da und die Mutation breitet sich aus.”

Seit dieser Woche dürfen wieder Schulen, Kindergärten und der Einzelhandel unter Auflagen öffnen. Unterm Strich sei der Start gut verlaufen, so die Ministerpräsidentin.

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