Mutterkonzern in Nöten

MV-Werfen sollen unter Rettungsschirm vom Bund

Der asiatische Mutterkonzern der MV-Werften hatte angekündigt, vorübergehend alle Zahlungen an Gläubiger und Banken einzustellen. Die Landesregierung verspricht Hilfe.
dpa
Angesichts finanzieller Probleme des asiatischen Genting-Konzerns, zu dem auch der MV Werften-Verbund gehört (hier Stando
Angesichts finanzieller Probleme des asiatischen Genting-Konzerns, zu dem auch der MV Werften-Verbund gehört (hier Standort Stralsund), hat das Land Mecklenburg-Vorpommern die Absicht bekräftigt, den Schiffbau mit Staatshilfen zu stützen Stefan Sauer
Schwerin

Angesichts finanzieller Probleme des asiatischen Genting-Konzerns, zu dem auch der MV Werften-Verbund gehört, hat das Land Mecklenburg-Vorpommern die Absicht bekräftigt, den Schiffbau mit Staatshilfen zu stützen. „Das Ziel der Landesregierung ist unverändert, dass die MV Werften unter den Rettungsschirm des Bundes kommen. Daran arbeiten alle Beteiligten intensiv weiter”, heißt es in einer am Donnerstag in Schwerin verbreiteten Erklärung vom Wirtschafts- und Finanzministerium. Ein Antrag auf Gewährung der Bundeshilfen wurde dem Vernehmen nach bereits eingereicht.

Der in Hongkong ansässige Mutterkonzern der MV-Werften hatte am Mittwoch angekündigt, vorübergehend alle Zahlungen an Gläubiger und Banken einzustellen. Genting leide zunehmend unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, insbesondere weil Kreuzfahrten als eines der Kerngeschäfte derzeit kaum noch möglich und auch die Gewinne aus Glücksspiel und Vergnügungsparks massiv gesunken seien. Der Aktienhandel wurde für zwei Tage ausgesetzt. Zuvor hatte NDR 1 Radio MV darüber berichtet.

MV-Werften hoffen auf 570 Millionen Euro

Mit Hilfe des Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes soll die Finanzierung der milliardenschweren Schiffsneubauten für den asiatischen Kreuzfahrtmarkt nun gesichert werden. Die MV Werften hoffen auf 570 Millionen Euro. Das Land hatte seinen Bürgschaftsrahmen bereits aufgestockt.

Der Multikonzern Genting hatte 2016 die Werften in Wismar, Rostock und Stralsund übernommen, um dort Kreuzfahrtschiffe für den eigenen Bedarf bauen zu lassen. Die erteilten Aufträge reichten weit in die Zukunft und versprachen sichere Arbeitsplätze für zuletzt insgesamt 3100 Beschäftige. Doch wurden in Folge der Corona-Pandemie und fehlender Einnahmen die Arbeiten auf den Werften im März eingestellt. Bis zum Jahresende wurde Kurzarbeit beantragt.

Endgültige Entscheidung für „Corona-Rettungsschirm” für MV-Werften liegt in Berlin

In Schwerin äußerte sich die oppositionelle Linksfraktion besorgt und verlangte Aufklärung. „Wir erwarten von der Ministerpräsidentin des Landes, dass sie auf der kommenden Landtagssitzung öffentlich über die Lage und die Strategie der Landesregierung informiert. Wenn alle Informationen auf dem Tisch liegen, gilt es, die Lage neu zu bewerten”, sagte Fraktionschefin Simone Oldenburg.

„Dass die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Mutterkonzerns angesichts des weltweiten Einbruchs des Kreuzfahrtgeschäftes schwierig ist, ist keine Neuigkeit”, sagte der SPD-Abgeordnete Jochen Schulte. Genting leide wie viele andere Wirtschaftsunternehmen weltweit unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Seine Fraktion unterstütze die Bemühungen der Landesregierung, die MV Werften unter den „Corona-Rettungsschirm” des Bundes zu begleiten. „Die endgültige Entscheidung hierüber liegt jedoch nicht in Schwerin, sondern in Berlin”, machte Schulte deutlich. Trotz der Zahlungsaussetzung von Genting-Hongkong an deren Gläubiger sei es wichtig, Ruhe zu bewahren.

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Kommentare (1)

Wieviel aberhundert Millionen haben en Werften an Bürgschaften in den letzten 25 Jahren erhalten? Für vieviel hat der Steuerzahler die Zeche übernommen? Was steht noch aus? Ähnlich, wie die Kohleindustrie sollte man den Werftenstandort in Norddeutschland auch mal auf dem Prüfstand stellen! Ist eine sterbende Industrie, die woanders besser? und preisgünstiger gemacht werden kann.