Wildschweine
MV will sich mit Zaun vor Afrikanischer Schweinepest schützen

In Deutschland bereitet man sich auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor (Symbolbild).
In Deutschland bereitet man sich auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor (Symbolbild).
Frank Rumpenhorst

Die Afrikanischer Schweinepest kann auch für Mecklenburg-Vorpommern eine ernste Bedrohung werden. Das Land will sich mit einem Eletrozaun vor der gefährlichen Seuche schützen.

In Erwartung eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Mecklenburg-Vorpommern hat das Agrarministerium 51 Kilometer Elektrozaun angeschafft. Damit solle im Fall der Seuche bei Wildschweinen der hochinfektiöse Krisenherd eingezäunt werden, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Montag in Schwerin.

Das Zaunmaterial kostete 50 000 Euro. Innerhalb des eingezäunten Geländes würden dann alle Wildschweine getötet werden. Die Methode ist Backhaus zufolge im April in Tschechien praktiziert worden. Dort habe man den Ausbruch mit Hilfe eines Zauns in den Griff bekommen und die ASP ein halbes Jahr später für erloschen erklären können.

Ausbrüche in Polen, Tschechein, Belgien

Angesichts der ASP in Deutschlands Nachbarländern Polen, Tschechien und Belgien sagte der Minister: „Eigentlich grenzt es an ein Wunder, dass wir noch nicht betroffen sind.“ Die Seuche grassiere in ganz Osteuropa und Asien, in China fast flächendeckend. Besonders besorgniserregend sei die Lage in Rumänien, wo seit 2017 bereits 1100 Ausbrüche in Hausschweinbeständen mit 360.000 Tieren registriert wurden. Betroffen sei auch Europas größte Schweinehaltung mit rund 150.000 Tieren. In Polen sind dem Minister zufolge mehr als 25.000 Hausschweine an der ASP verendet oder mussten getötet werden. Die Entfernung zum polnischen Seuchenherd betrage nur 355 Kilometer. Pro Monat rücke der Herd 20 Kilometer dichter an Deutschland heran.

„Die ASP ist menschengemacht“, betonte Backhaus. Da die Pest durch weggeworfene Lebensmittel verbreitet würde, sollen EU-weit neben den Agrar- und Umweltministern auch die Behörden für Transport, Verkehr, Inneres und Grenzkontrollen in die ASP-Vorsorge einbezogen werden. Mecklenburg-Vorpommern fördert den verstärkten Abschuss von Wildschweinen mit der sogenannten Pürzelprämie. Im zurückliegenden Jagdjahr seien 86.000 Wildschweine erlegt worden, 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Korrektur: In einer ersten Version dieses Artikels wurden höhere Materialkosten angegeben. Dies wurde korrigiert.