ÖKOSTROM

MV-Windkraftgegner skeptisch bei neuer Abstandsregel

Der Ausbau von Ökostrom ist ins Stocken geraten, weil sich viele Anlieger gegen den Bau neuer Windräder wehren. Ein Vorschlag von Peter Altmaier zu neuen Abstandsregelungen stößt auf wenig Gegenliebe in MV.
Wie viel Abstand ist genug? Windräder prägen mancherorts die Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern.
Wie viel Abstand ist genug? Windräder prägen mancherorts die Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Patrick Pleul
Neubrandenburg.

Der Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), die Festlegung des Abstands von Windrädern zu Siedlungen letztlich den Ländern zu überlassen, wird in Mecklenburg-Vorpommern zurückhaltend bis skeptisch bewertet. Bisher gebe es lediglich Medienberichte über diese Initiative, so eine Sprecherin des Schweriner Energieministeriums. Ursprünglich hatte Altmaier bundesweit einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Siedlungen festlegen wollen. Das war jedoch auf Widerstand im SPD-geführten Bundesumweltministerium gestoßen.

Inzwischen hat das Bundeswirtschaftsministerium bestätigt, dass künftig die Länder von der 1000-Meter-Regel abweichen dürfen. Darüber hinaus sollen sie auch selbst bestimmen dürfen, was als Siedlung im Sinne des Gesetzes gelten soll.

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Mindestabstand zu Windrädern

Laut Schweriner Ministerium gilt in Mecklenburg-Vorpommern die Empfehlung, bei geschlossenen Ortschaften 1000 Meter als Mindestabstand zu Windrädern einzuhalten. Zu einzelnen Gehöften existiere eine 800-Meter-Regel. Somit würde sich für Mecklenburg-Vorpommerns nichts Wesentliches ändern, wenn der Altmaier-Vorschlag wirklich umgesetzt werden würde.

„Der Vorschlag von Altmaier reißt mich nicht sonderlich vom Hocker“, sagt Norbert Schumacher, Vorsitzender der windkraftkritischen Partei Freier Horizont in Mecklenburg-Vorpommern. So lange überschüssiger Strom nicht gespeichert werden könne und die Energienetze nicht ausreichend ausgebaut seien, habe ein weiterer Zuwachs bei Windrädern überhaupt keinen Sinn. Angesichts dessen hätten die Kreistage in Vorpommern-Greifswald, Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim einen Ausbaustopp bei Windrädern gefordert.

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Quotenregelung könnte Druck erhöhen

Nach nicht bestätigten Informationen des Nordkurier soll auf Wunsch der SPD eine Quotenregelung Teil des angestrebten Kompromisses zur Windenergie sein. Offiziell heißt es dazu lediglich, Bund und Länder sollen sich verpflichten, bis 2030 den angepeilten Ökostromanteil von 65 Prozent zu erreichen. Damit aber könnte Druck auf die Länder ausgeübt werden, mehr Windräder zuzulassen und die Abstände zu verringern, befürchten Insider.

„Wenn das so wäre, hätten wir unsere Pflicht schon erfüllt. Dann könnten die Abstände ja sogar größer werden“, so Schumacher. Mecklenburg-Vorpommern könne sich längst selbst mit Ökostrom versorgen. Deutschlandweit liegt der Anteil von Erneuerbaren Energien am Strommix derzeit bei rund 40 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern erreicht im Durchschnitt bereits einen Wert von mehr als 70 Prozent.

 

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