Jörg Meuthen (l.) hat seinen Austritt aus der AfD erklärt. Leif-Erik Holm nutzte die Gelegenheit zu einer Abrechnung
Jörg Meuthen (l.) hat seinen Austritt aus der AfD erklärt. Leif-Erik Holm nutzte die Gelegenheit zu einer Abrechnung mit dem langjährigen Bundessprecher. tobias schwarz, bernd wüstneck
Austritt

Nach Eklat um Meuthen und die AfD – Parteichef aus MV tritt nach

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen verlässt die Partei. Für Leif-Erik Holm, Parteichef in MV, eine gute Gelegenheit, öffentlich über seinen langjährigen Parteifreund zu schimpfen.
Neubrandenburg

Die Nachricht vom Rückzug des AfD-Bundessprechers Jörg Meuthen hat in der Partei am Freitag teils für heftige Reaktionen gesorgt. Auch Leif-Erik Holm, Chef des Landesverbandes MV und Vize-Chef der Bundestagsfraktion, meldete sich am Nachmittag zu Wort. Er bedauere den Schritt, so Holm, der allerdings absehbar gewesen sei. Meuthen hatte sich in den vergangenen Monaten immer wieder skeptisch zum Kurs der Partei geäußert, teils war es auf offener Bühne zu massiven Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und anderen Mitgliedern der Parteiführung gekommen.

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Meuthen hat angeblich Vertraute verprellt

Meuthen war seit 2015 – mit einer kurzen Unterbrechung – Teil der Doppelspitze, die die Bundes-AfD führt. Zuletzt zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla. Wie zerrüttet das 'Vehältnis war, wird nun auch aus Holms Statement deutlich. „Man muss es leider sagen: Meuthen hat sich zuletzt innerparteilich und auch in der Öffentlichkeit wie die Axt im Walde benommen, sodass auch bislang enge Vertraute von ihm abrückten.”, heißt es in der Erklärung.

Streit um Kurs der Partei

Holm bezichtigt Meuthen zudem der Lüge. Der hatte seinen Austritt unter anderem mit einer zunehmenden Radikalisierung der Partei begründet. „Kein guter Stil ist es, den eigenen Abgang mit dem durchschaubaren Hinweis auf einen angeblichen ‚Rechtsruck‘ zu inszenieren. Es ist die immer gleiche unwahre Geschichte”, konterte nun Holm. Es sei „geradezu lachhaft, dieser Partei immer wieder einen ‚Rechtsruck‘ anzudichten.“

Dass ein amtierender oder ehemaliger Vorsitzender öffentlichkeitswirksam die Partei verlässt, ist in der AfD seit ihrer Gründung 2013 eher die Regel als die Ausnahme. Das gilt auch für den von Holm geführten Landesverband. Unter anderem traten die früheren Co-Landessprecher Matthias Manthei, Bernhardt Wildt und Andreas Kuessner aus der Partei aus. Holger Arppe und Dennis Augustin wurden ausgeschlossen.

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Kommentare (1)

Meuthen war die Bremse auf dem Weg in den Abgrund. Und "der beste Mann" der AfD - Angela Merkel- ist inzwischen auch schon weg.