BAHNVERKEHR

Nach heftigem Sturm fallen weiter Züge in Norddeutschland aus

Zugreisende in Norddeutschland müssen am Mittwoch viel Geduld mitbringen. Die Schäden des schweren Sturms vom Vortag müssen beseitigt werden.
dpa
Auch auf den Straßen richtete der Sturm einige Schäden an und sorgte für Beeinträchtigungen.
Auch auf den Straßen richtete der Sturm einige Schäden an und sorgte für Beeinträchtigungen. Felix Gadewolz
In Rostock wurde ein Dach abgedeckt.
In Rostock wurde ein Dach abgedeckt. Stefan Tretropp
In Altentreptow stürzten circa 80 Meter Bauzaun sowie einige Bäume um.
In Altentreptow stürzten circa 80 Meter Bauzaun sowie einige Bäume um. Felix Gadewolz
In Neubrandenburg knickte ein Baum um.
In Neubrandenburg knickte ein Baum um. Felix Gadewolz
Berlin.

Nach den durch einen Sturm verursachten Schäden auf mehreren Strecken in Norddeutschland müssen sich Passagiere auch am Mittwochmorgen noch auf Zugausfälle und Verspätungen gefasst machen. „Die Fernverkehrszüge zwischen Hannover und Bremen werden weitgehend ausfallen”, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Auch auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover könne es zu Einschränkungen kommen. „Wir empfehlen, dass sich Fahrgäste vor Reiseantritt über ihre Verbindung informieren.” Für Mittwoch ist laut Deutschem Wetterdienst nicht mit einem weiteren Sturm zu rechnen.

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Schäden durch den Sturm

Grund für die Ausfälle und Verspätungen seien unter anderem Reparaturarbeiten, sagte der Bahn-Sprecher. Zudem seien viele Züge und Bahnmitarbeiter durch die Probleme am Vorabend nicht dort angekommen, wo sie ihren Dienst am Morgen hätten antreten sollen. Das könne sich zum Betriebsstart auch auf Regionalverbindungen auswirken.

Zwischen Fahrenholz und Groß Bölkow im Kreis Rostock kam ein Autofahrer bei schlechten Witterungsverhältnissen ins Schleudern. Sein BMW krachte in die Leitplanke. Auf der Müritz geriet eine Segelyacht in Seenot, fünf Menschen mussten gerettet werden. Allein in Rostock seien die Rettungskräfte rund 20 Mal ausgerückt, sagte ein Feuerwehrsprecher am Mittwoch. Unter anderem deckte der Sturm ein Dach ab. Es drohte auf die Straße zu stürzen. Weitere Informationen dazu sowie einen Überblick über die Feuerwehreinsätze am Dienstag - auch in Neubrandenburg und Altentreptow - finden Sie hier.

Zugausfälle und Verspätungen

Der Sturm hatte dem Bahnverkehr am Dienstagabend besonders im Norden und Nordosten Deutschlands große Probleme beschert: Passagiere mussten auf andere Züge ausweichen, Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer lagen in den Gleisen und Oberleitungen wurden beschädigt. In Hannover mussten 200 Menschen in zwei Zügen übernachten.

Aus einem anderen ICE, der von Chur in der Schweiz nach Hamburg unterwegs war, wurden 150 Fahrgäste bei Nienburg in Busse verfrachtet und nach Hannover gefahren. 300 weitere Menschen aus dem gleichen Zug warteten über zwei Stunden auf dessen Weiterfahrt. Um 1.35 Uhr am Mittwochmorgen setzte der Zug sich dann wieder in Bewegung.

Auch in Kassel-Wilhelmshöhe und Hamburg hatten Züge für Passagiere zur Übernachtung bereitgestanden, sie wurden aber nicht von ihnen in Anspruch genommen. Die Strecke Hannover-Bremen war zeitweise gesperrt. Der Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen wurde über eine Güterzugstrecke umgeleitet. Auch auf der Strecke Hamburg-Hannover hatte es über mehrere Stunden große Probleme wegen eines Oberleitungsschadens gegeben.

Auch die Strecken der Bahngesellschaft Metronom waren vorübergehend gesperrt. Etwa eine Stunde vor Mitternacht teilte das Unternehmen dann mit, dass alle Strecken wieder befahrbar seien. Feuerwehr und Polizei in den betroffenen Gebieten meldeten keine größeren Sturmschäden.

Hubschrauber bringt Urlauber in Sicherheit

Auf der Insel Norderney mussten vier vom Wasser eingeschlossene Urlauber und ein Kleinkind von einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden. Die Gruppe war nach Angaben der Feuerwehr am Dienstag im Osten der Insel auf eine Düne geklettert und hatte einen Notruf abgesetzt. Wegen eines Sturms war das Hochwasser in der Nordsee deutlich höher als normal ausgefallen.

Laut Deutschem Wetterdienst wurde der Höhepunkt des Sturms zwischen Dienstagnachmittag und Dienstagabend erreicht. In der Nacht habe sich der Wind deutlich abgeschwächt. Tagsüber werde der Wind im Binnenland zwar noch einmal etwas stärker, aber nicht mehr so stark wie am Dienstag.

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