CORONA-MAßNAHMEN

Nach Sommerferien täglicher Unterricht für alle Schüler in MV

Ab Anfang August wird es einen verlässlichen und täglichen Regelunterricht für alle Schüler in Mecklenburg-Vorpommern geben.
Der Schulbetrieb in MV wird wieder komplett aufgenommen (Archivbild).
Der Schulbetrieb in MV wird wieder komplett aufgenommen (Archivbild). Bernd Wüstneck
Schwerin.

In Mecklenburg-Vorpommern wird es nach den Sommerferien Anfang August einen verlässlichen und täglichen Regelunterricht für alle Schüler geben. Dies sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Mittwoch in Schwerin. Gleichzeitig werde ein Hygienekonzept für die Schulen entwickelt.

Die Grundpfeiler dieses neuen Gesundheitskonzeptes sind laut Martin: Feste Gruppen, feste Lehrkräfte, feste Räume.

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Martin betonte, dass die Schulschließungen zwar sehr hart waren, aber in erheblichen Maße zum positiven Verlauf des Infektionsgeschehens in MV beigetragen haben. Der Regelbetrieb nach den Ferien sei aber wichtig, auch um zu verhindern, dass bei Schülern - gerade bei benachteilgten - so große Lücken entstehen, dass man sie nicht mehr aufholen kann. Konzepte für den Regelbetrieb sollen an ausgewählten Schulen getestet werden.

Abstandsregeln werden aufgehoben

Die Gesundheitsexperten halten diesen Schritt für vertretbar und gut. Wenn es das Infektionsgeschehen zulässt, wird auch die Abstandregel nach den Sommerferien aufgehoben. Es muss aber Planungen geben, damit nicht alle Schüler gleichzeitig durch das Eingangstor der Schule drängen - so Martin. Es werde nicht möglich sein, dass alle Schüler zur gleichen Zeit in der Schule sind. Auch digitales Lernen wird weiterhin eine Rolle spielen. Die Schulen werden entsprechend weiter aufgerüstet und sollen Livegeräte bekommen.

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Schon an diesem Mittwoch wurde die sogenannte 15er-Regel aufgehoben. Laut dieser durften sich in jedem Raum maximal 15 Leute befinden. Dort wo größere Räume zur Verfügung stehen, dürfen nun mehr Schüler rein - allerdings weiterhin unter Einhaltung der Abstandsregeln. Dadurch können die Schulen mehr Schülern Unterricht anbieten. Gerade für Sechsklässler sei dies wichtig, um den Übergang in die nächste Klassenstufe vorzubereiten.

Die jüngst abgelaufenen schriftlichen Prüfungen seien sehr erfolgreich und ohne weitere Vorkommnisse verlaufen, sagte Martin.

Kostenlosen Förderunterricht für alle Schüler

Laut Martin wird außerdem die Notfallbetreuung für alleinerziehende Eltern von Schüler ausgeweitet.

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In den Sommerferien soll zudem der Ferienhort angeboten werden. Zudem wird ein Lernprogramm vorbereitet. Im Rahmen dieses Programms können Schüler freiwillig und kostenlos Nachhilfe- bzw. Förderunterricht bekommen. Dieser Unterricht soll in kleinen Lerngruppen oder als Einzelunterricht stattfinden. Das Land will dazu private Lehrkräfte bezahlen. So könnten beispielsweise Lehramtsstudierende und Refendare Praxiserfahrungen sammeln. Gespräche mit den Unis würden bereits laufen. Das Geld, welches die Stundenten für den Unterricht bekommen, soll nicht auf deren Bafög angerechnet werden.

Lehrer brauchen ärztliches Attest vom Schul-Betriebsarzt

Mit Blick auf die Lehrer erläuterte die Ministerin, dass vom kommenden Schuljahr an wieder alle Präsenzunterricht geben sollen. 34 Prozent der Lehrkräfte in MV würden zur Corona-Risikogruppe gehören, seien also vorerkrankt, schwanger oder älter als 60. Bereits jetzt würde mehr als die Hälfte dieser Pädagogen Unterricht an der Schule geben. Lehrer, die dies im kommenden Schuljahr nicht können oder wollen, müssen sich laut Martin ein ärztliches Attest vom Schul-Betriebsarzt ausstellen lassen.

Kritik an dem Konzept kam etwa von den Linken. Von einem geregelten Schulbetrieb nach den Ferien könne keine Rede sein, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg. "So ist ein zeitlich entzerrter Schulbetrieb an den Schulen kaum durchführbar, weil das allein schon mit der Schülerbeförderung gerade auf dem Lande nicht in Einklang zu bringen ist." Zudem würde es an Lehrkräften fehlen - selbst wenn die Lehrerinnen und Lehrer, die einer Risikogruppe angehören, eingesetzt würden.

CDU für freiwillige Corona-Tests an den Schulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) forderte eine bessere technische Ausstattung für Schüler und Lehrer. "Damit immer dann, wenn die Infektionszahlen es erfordern, weitgehend problemlos auf digitales Unterrichten umgestellt werden kann, müssen jetzt die technischen Voraussetzungen stärker als bisher durch Land und Schulträger geschaffen werden", hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

Die CDU plädierte erneut für einen Ausbau freiwilliger Corona-Tests an den Schulen. Der Schulbetrieb könne durch diese Tests zusätzlich abgesichert werden, sagte Marc Reinhardt, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

 

Alle Schulen in Mecklenburg-Vorpommern waren seit dem 16. März geschlossen, um der Ausbreitung des Coronavirus Einhalt zu gebieten. Schrittweise wurden sie seit dem 27. April wieder geöffnet. Inzwischen gebe es einen - allerdings sehr eingeschränkten - Präsenzunterricht für alle Schüler, sagte Martin.

Sie sei sich bewusst, dass die vergangenen Wochen für alle Schulen, Eltern und Schüler sehr belastend waren. "Die Einschränkungen sind und waren erheblich", sagte die Ministerin. Sie zeigte sich aber davon überzeugt, dass die Schulschließungen zum positiven Verlauf der Corona-Pandemie in Mecklenburg-Vorpommern beigetragen haben.

Dieser Artikel wurde am Mittwoch mehrfach aktualisiert.

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Kommentare (1)

Na da bin ja mal gespannt wie 'n Flitzebogen, wie genau der "tägliche Regelunterricht" dann aussehen wird!