POLIZEI VERWEIGERT ANGABEN

Nach verlorener Pistole in Greifswald ermittelt jetzt die Interne

Seit mindestens fünf Tagen sucht die Polizei in Greifswald nach einer verloren gegangenen Dienstwaffe. Jetzt hat die interne Polizeibehörde die Ermittlungen übernommen.
Von der Dienstpistole, die vergangene Woche von einem Greifswalder  Polizeibeamten als verloren gemeldet wurde, fehlt bislang
Von der Dienstpistole, die vergangene Woche von einem Greifswalder Polizeibeamten als verloren gemeldet wurde, fehlt bislang noch immer jede Spur. Oliver Berg
Greifswald ·

Die in der vergangenen Woche von einem Greifswalder Polizeibeamten verlorene Dienstpistole bleibt unauffindbar. Die Waffe vom Typ Sig Sauer P-6 mit einem Magazin für acht Patronen sei noch immer nicht aufgefunden worden, sagte die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, Claudia Tupeit.

Inzwischen habe das Fachkommissariat 5 der Kriminalpolizeiinspektion Anklam interne Ermittlungen aufgenommen. Ihre Aufgabe sei es auch, den gesundheitlich angeschlagenen Beamten zeitnah zu befragen. Wie es dem Beamten inzwischen gehe, wie alt er sei und inwiefern er schon früher gesundheitliche Probleme gehabt habe, teilte die Polizei unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht mit.

Auch zu der Frage des Nordkuriers, wo genau der Beamte zuletzt in Greifswald im Einsatz war und ob er allein unterwegs gewesen sei, wollte sich Tupeit nicht äußern. „Bevor der Beamte aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen ist, hat er sich im Dienst seiner Streifenpartnerin anvertraut und offenbart, dass er sich den Verbleib seiner Dienstwaffe nicht erklären könne“, sagte sie.

Zuerst zu zweit nach Pistole gesucht

Daraufhin hätten beide zunächst nach der Pistole gesucht. Anschließend habe die Beamtin den Dienststellenleiter über den Verlust informiert. Bislang seien sämtliche relevanten Orte durchsucht worden. Ob dies möglicherweise auch in der Wohnung des Beamten geschehen sei, ließ die Polizei offen.

Nicht auszuschließen ist, dass die Waffe zuletzt sogar geladen war. Denn die Dienstwaffen der Polizeibeamten sind während ihres Streifendienstes immer geladen und somit sofort einsatzbereit. „Sie befinden sich in einem Holster, das durch Sicherungselemente ein Herausfallen verhindert“, sagte Tupeit.

Bei Schichtbeginn werde die Dienstwaffe aus dem Waffenschrank in der Dienststelle genommen und für den Einsatz vorbereitet. Nach Schichtende müsse die Pistole entladen, entspannt, gesichert und wieder in den Waffenschrank zurückgelegt werden. Dafür seien der jeweilige Beamte oder die Beamtin stets selbst verantwortlich.

Dienstwaffen können auch mit nach Hause genommen werden

„Sofern es vom Dienstherren genehmigt wurde und es dienstliche Gründe dafür gibt, kann die Dienstwaffe auch mit nach Hause genommen werden“, bestätigte die Polizeisprecherin. Dort müsse sie aber gemäß der Schusswaffenverwaltungsvorschrift des Innenministeriums ungeladen, entspannt und gesichert aufbewahrt werden, und zwar in Räumen oder Behältnissen, die gegen Einbruch entsprechend gesichert seien.

Maschinenpistolen, wie sie in besonderen Fällen zum Einsatz kommen, sind den Angaben zufolge bei der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern nicht personenbezogen. In Hamburg und Schleswig-Holstein waren in den vergangenen zehn Jahren fünf Polizeipistolen verloren gegangen. Zuletzt war vor fünf Jahren in Sachsen sogar eine Maschinenpistole bei einem Polizeieinsatz in Leipzig verloren gegangen. Von ihr fehlt bis heute jede Spur.

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